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Unter ihm wurde das Klee-Zentrum Realität

Er war Gründungsdirektor des Zentrums Paul Klee. Jetzt ist Andreas Marti 77-jährig gestorben.

Sein «Kind» im Werden: Marti 2003 auf der Baustelle des ZPK.
Sein «Kind» im Werden: Marti 2003 auf der Baustelle des ZPK.
Thomas Wüthrich

Abzutreten falle ihm insofern schwer, sagte Andreas Marti im Rahmen einer Podiumsdiskussion 2006, als er etwas Mühe habe, sein «Kind» ziehen zu lassen. Sein «Kind», das war das Zentrum Paul Klee. «Das Zentrum ist jetzt flügge geworden», stellte Marti fest, «und ein Generationenwechsel steht an.»

Bereits 1997 hatte ihm, dem damaligen Generalsekretär der kantonalen Erziehungsdirektion, Regierungsrat Peter Schmid die Projektleitung der Stiftung Paul-Klee-Zentrum (SPKZ) übertragen. Es war das Jahr, als die Witwe von Klee-Sohn Felix die Schenkung von 650 Werken mit der Bedingung verknüpfte, ein Museum zu bauen. Ein Jahr später stellte Mäzen Maurice E. Müller Geld und Land im Schöngrün zur Verfügung.

Ein Quereinsteiger

Seit 2001 war der studierte Altphilologe Marti vollamtlicher Gründungsdirektor des Zentrums Paul Klee. Er betreute die Realisierung des interdisziplinären Mehrspartenhauses von den Plänen über den ersten Spatenstich bis zur Eröffnung im Juni 2005. Als Museums­direktor ein Quereinsteiger, erhielt Marti viel Lob vonseiten der Architekten und der Behörden für seine umsichtige Projektleitung, seine soziale Kompetenz und sein Verständnis der politischen Mechanismen.

Früh setzte sich Andreas Marti auch dafür ein, dass das Kunstmuseum Bern und das Zentrum Paul Klee unter einer operativen Führung stehen müssten – eine Forderung, die schliesslich 2015 mit der Gründung der Dachstiftung erfüllt werden sollte. Zusammen mit dem damaligen Kunstmuseumsdirektor Mat­thias Frehner initiierte Marti den gemeinsamen Weg eines engen Verbundes der beiden Institutionen.

Engagiert im Kindermuseum

Ein Jahr nach der Eröffnung des Zentrums Paul Klee trat Marti altershalber in den Ruhestand; sein Nachfolger wurde der Kunsthistoriker Juri Steiner. Nach seiner Pensionierung kehrte Marti nochmals für kurze Zeit zurück ins ZPK. Interimistisch übernahm er 2008 das Kindermuseum Creaviva, nachdem der damalige Leiter bereits nach knapp einem Jahr wegen Differenzen über die Ausrichtung gekündigt hatte. Als Gründungsdirektor war Marti auch mass­geblich an der Konzipierung und am Aufbau des Kindermuseums beteiligt gewesen. Bis zu seinem Tod war er Vizepräsident der Stiftung Creaviva.

Auch im Ruhestand blieb er kulturpolitisch aktiv und stellte seine Er­fahrungen zur Verfügung. 2011 wurde er erster Präsident der neuen Stiftung Theater Orchester Biel-Solothurn (Tobs). Ende Dezember ist Andreas Marti im ­Alter von 77 Jahren gestorben.

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