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Und dann bitte alle in den Mal-Workshop

Konzert Theater Bern zeigt als letzte Oper der Saison Richard Wagners monumentales Liebesdrama «Tristan und Isolde». Musikalisch herausragend, szenisch dagegen alles andere als befriedigend.

Dank ihr wird der Berner «Tristan» in Erinnerung bleiben: Sopranistin Catherine Foster als Isolde.
Dank ihr wird der Berner «Tristan» in Erinnerung bleiben: Sopranistin Catherine Foster als Isolde.
Christian Kleiner

«Ertrinken, versinken – unbewusst – höchste Lust!» Mit Isoldes Worten endet inmitten von ekstatischen Orchesterwogen die Oper «Tristan und Isolde». Ein letztes Aufbäumen nach über vier Stunden Musik, bevor sich die Titel­heldin mit Tristan, der tot in ihren Armen liegt, im Jenseits vereint.

Nicht so am Stadttheater Bern: Hier greift Isolde nach ihrem Schlussgesang, dem berühmten «Liebestod», zum Pinsel und zieht gelbe Linien über den Bühnenboden, wie es auch Tristan und Kurwenal tun, die ebenfalls nicht wie im Libretto vorgegeben tot sind. Sie alle malen Markierungen auf Requisiten, Vorhänge, Kleider und ­Gesichter. Es ist viel los im Berner «Tristan», dem handlungsärmsten Werk von Richard Wagner.

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