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Troumfänger

«Mundart»-Kolumnist Gerhard Meister kann sich vorstellen wie böse Träume aussehen.

Mängisch het me ja eifach so Ideene oder, u me dänkt, mou, das wär doch jetzt no nes Thema für mini Mundartkolumne. Zum Bischpiu dä Troumfänger, wo mini Tochter vo letscht vo ihrer beschte Fründin het gschänkt übercho u wo sit denn über ihrem Bett hanget.

I weiss nid, öb dr die Dinger kennet, sie gseh so chli us wie us Wulleabfäu baschtleti chlini Tennisschläger, wo när no es paar Fädere dranhange. Sie beschtöh auso usemene Rahme, wo es paar Wullfäde drigschpannt si, wo so ne Art vo Netz biude, wo de wieder irgendwie ads Muschter vomene Mandala erinnert. Ja u ds Ganze sig äbe indisch oder indianisch, u für d Indianer sige Tröim ja bsungersch wichtig gsi.

So u ähnlech cha mes läse uf dene Websites, wo sie eim di Troumfänger für 15 Franke pro Schtück wei verchoufe. Aber öb jetz indianisch oder indisch, d Funktionswis vo dene Troumfänger isch ganz eifach. Die guete Tröim, die gö dür das Netz düre, di schlächte blibe dran hange u am Morge, we d Sunne druf schint, tüei si verdunschte et voilà.

Ja, u de dänkt me haut, us dene Troumfänger chönnt me doch jetz e tipptoppi Mundart-Kolumne baschtle. Da gits doch x Möglechkeite, was me mit dene chönnt afa. Über Gschäftlimacherei chönnt me schribe mit em Mythos Indianer, Inder beziehigswis Aboriginal, ja die Aboriginals (Schtichwort Troumzit), die hei doch sicher o so Troumfänger gha, de viellech no mit es paar Känguruh-Chnöcheli oder itrochnete Schnabutier-Schwümmhüt dran, wo me de när no mau türer cha verchoufe.

Oder me chönnt die Troumfänger zum Alass nä, es paar pädagogischi Überlegige aschteue. Isch es überhoupt guet, sim Ching so öppis übers z Bett z hänke? U was söu me zumene Vater säge, wo am Morge im Chinderzimmer e toti Schpinnele fingt u di när i dä Troumfänger ichehänkt u sim Ching bim Ufwache seit «Lue, jetz hei mer mau eine vo dene Souhüng verwütscht!» U wie reagiert när ds Ching uf die Schpinnele im Troumfänger? Viellech isch ihm sofort klar, dass dr Vater das het gmacht, u es lachet.

Viellech hets vo denn a tatsächlech z Gfüeu, die böse Tröim chömi aus Schpinnele a sis Bett u wöui bi ihm dür d Naselöcher oder d Ohre iche i sis Troumzäntrum u dert när irgend e schlimme Troum iprogrammiere. Prinzipieu wärs natürlech o müglech, sech es paar Gedanke über ds schlächte Image vor Schpinnele z mache, wo hie einisch me zemäntiert wird.

Aber interessanter wärs viellech, we ds Ching die Schpinnele im Troumfänger gseht u när seit: «Das isch ke böse Troum, das isch e Schpinnele, bösi Tröim gseh angersch us.» U när dr Vater: «Aha, wie gseh sie de us?» U ds Ching: «Angersch, ganz angersch.» U dr Vater: «Aha, u wohär weisch das so gnau?» U wieder ds Ching: «I tue se sammle. Fasch jede Morge hets eine im Fänger drin. Wosch mau luege?»

U när nimmt ds Ching e Schachtle, u i dere Schachtle hets so insäktegrossi Wäse, wo aber überhoupt nid usgseh wie Insäkte, u dr Vater isch bim Ablick vo däm, wo sech da i dere Schachtle inne ganz langsam u scho haubtot dürenang bewegt, sofort vomene Entsetze packt, wo aus überschtigt, wo ner je erläbt het, u ringt nach Luft u erwachet schweissbadet, es isch aus nume e Troum gsi.

E Troum über Troumfänger. Chönnt me mache, wobi aus Fium würds äuä besser funktioniere aus aus Text. U i merke, jetz, woni die paar Müglechkeite, wo sie biete, ha düregschpiut, da sie mer di Troumfänger scho längwilig worde. U für mini Tochter gsehts äuä ähnlech us. Dä Troumfänger isch i ihrem Zimmer scho lang nume no öppis me vo au dene Sache, wo dert süsch scho desumeliege u desumehange. U funktioniert übrigens tipptopp. Aus Schtoubfänger.

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