Zum Hauptinhalt springen

Zuschauerschwund beim künftigen Opernhaus-Direktor

Vor vier Monaten präsentierte das Zürcher Opernhaus voller Hoffnung Andreas Homoki als zukünftigen Direktor. Jetzt zeigt sich: In Berlin verliert der Nachfolger von Alexander Pereira massiv Zuschauer.

Der Verwaltungsratspräsident und der zukünftige Direktor: Josef Estermann (l.) und Andreas Homoki an der Pressekonferenz vergangenen Juni.
Der Verwaltungsratspräsident und der zukünftige Direktor: Josef Estermann (l.) und Andreas Homoki an der Pressekonferenz vergangenen Juni.
Thomas Burla

Das Lob war allseits gross über die Wahl von Andreas Homoki als neuen Opernhaus-Direktor. Er werde für anspruchsvollere Inszenierungen sorgen und nicht mehr so sehr auf Star-Sänger fokussieren, so die Erwartung der Kritiker. Die Komische Oper Berlin, die jetzige Wirkungsstätte Homokis, wurde vor zwei Jahren von Fachleuten zum «Opernhaus des Jahres» gewählt.

Die Kehrseite des Kritikerlobs: Homokis Haus verlor im letzten Halbjahr massiv an Publikum. Gemäss einem Quartalsbericht des Berliner Senats setzte die Komische Oper in den ersten sechs Monaten des Jahres knapp 86'000 Karten ab, 11'000 weniger als im Jahr zuvor. «Die ohnehin schwache Auslastung sank von 61 auf 57 Prozent», schreibt die «Welt». Dieselbe Zeitung warnte schon bei der Wahl Homokis ans Opernhaus: «Der Zürcher Aufsichtsrat will offenbar einen ästhetischen Neuanfang. Das ehrt ihn. Doch das wollte man beim Schauspielhaus mit dem als Theaterleiter unerfahrenen Christoph Marthaler auch.»

Verwaltungsrat macht sich Sorgen

Nach der Anstellung Marthalers sanken die Zuschauerzahlen am Zürcher Schauspielhaus beträchtlich. Wird dem Opernhaus unter Homoki das selbe widerfahren? Der Verwaltungsratspräsident des Opernhauses, Josef Estermann, wiegelt ab: «Die Situation in Berlin ist eine ganz andere als in Zürich.» Tatsächlich hat Berlin drei Opernhäuser, Zürich nur eines, und auch die finanzielle Situation der beiden Häuser lässt sich nicht vergleichen. Zudem, so betont Estermann, habe Homoki in den Vorjahren Zuschauer dazugewonnen.

Der Stabwechsel von Pereira zu Homoki im Jahr 2012 bereitet ihm dennoch Sorgen: «Wir sind uns bewusst, dass der Übergang schwierig sein wird. Schliesslich wollen und müssen wir die bisherige Auslastung von etwa 80 Prozent unbedingt halten, wenn nicht sogar steigern.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch