«Wir wollen nicht Glamour, sondern Gesprächsstoff»

Sie mag Theater, das ihr einen Bären aufbindet. Hat ein Stück über Anders Breivik im Programm. Und schwärmt von einem gewissen Goalie. Was Bern von Iris Laufenberg erwarten kann, der neuen Schauspielchefin am Stadttheater.

«Ich habe hier den Satz gehört, dass man lieber in die Berge geht als ins Theater. Kann ich verstehen», sagt Iris Laufenberg. «Und doch denkt man dann nach über diese Idylle.»

«Ich habe hier den Satz gehört, dass man lieber in die Berge geht als ins Theater. Kann ich verstehen», sagt Iris Laufenberg. «Und doch denkt man dann nach über diese Idylle.»

(Bild: Valérie Chételat)

Daniel Di Falco

Frau Laufenberg, in Berlin haben Sie das renommierte Theatertreffen geleitet, das jährliche Gipfeltreffen der deutschsprachigen Bühnen. Nun sind Sie in Bern. Haben Sie den Entscheid schon bereut?
Am Anfang konnte ich mir diesen Wechsel überhaupt nicht vorstellen und habe zur Anfrage von Direktor Stephan Märki kategorisch Nein gesagt. Er sagte, er akzeptiere die Absage nicht, bevor ich mir nicht Bern angesehen hätte. Als ich dann da war und mir Berns Bedeutung als Theaterstadt überlegt habe, auch die Aufbauarbeit der letzten Jahre, an die ich anknüpfen könnte – da konnte ich es mir vorstellen. Zudem hat mein Mann als Architekt hier in Bern schon Häuser gebaut. Auch das machte den Entscheid für mich und meine Familie leichter.

Dem Berliner Theatertreffen haben Sie das Image eines Festivals für die Stadttheater ausgetrieben, Sie haben es für neue Theaterformen geöffnet und internationaler gemacht. Und jetzt sind Sie doch wieder in einem Stadttheater gelandet.
Als ich beim Theatertreffen angefangen habe, da war die Frage, ob es dieses Festival überhaupt noch braucht. Diese Frage stellt heute niemand mehr. Ich habe meine Ziele erreicht, jetzt muss jemand anders mit eigenen Ideen weitermachen. In Bern kann ich wieder etwas von neuem anfangen. Und was von diesem Theater erwartet wird, im Publikum und in der Politik, ist ja auch nicht wenig.

Was denn?
Wir sollen sichtbarer werden, unser Haus mit mehr Zuschauern beglücken, und wir sollen zum Gesprächsstoff werden, in Bern, in der Schweiz. Es wäre ja auch toll, zu grossen Festivals eingeladen zu werden. Wir sind mit der freien Szene im Gespräch, mit der Hochschule der Künste, wir haben in den kommenden Spielzeiten interessante Sachen vor, über die ich aber noch nicht sprechen kann. Aber wir haben die Unterstützung von Koop, unserem neuen Programmbereich für spezielle Projekte und die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen. Dadurch sind wir nun auch bei der aktuellen Biennale dabei, etwa mit dem «Schwarzmarkt für nützliches Wissen und Nicht-Wissen», was mich besonders freut. «Leuchtturm» nennen die Politiker gern die grossen Kulturhäuser, aber das Stadttheater leuchtet ja immer.

Macht Ihnen der Erfolgsdruck keine Angst? Das Stadttheater hat seine Probleme schon lange, schon in der vorletzten Ära unter Eike Gramss wurden die Zuschauerzahlen praktisch halbiert.
Ich habe keine Angst. Vor zehn Jahren, als ich die Leitung des Berliner Theatertreffens übernommen habe, da hatte ich Angst, und ich habe es überlebt. Ich kann nur das machen, was ich kann, und dafür bin ich nach Bern berufen worden.

Also gut: Was können Sie?
Ideen materialisieren.

Mit dem Theatertreffen waren Sie verwöhnt: die besten Inszenierungen des Jahres, klingende Namen, rote Teppiche, die ganze Presse und immer alles ausverkauft.
Als in Berlin die Angst weg war, habe ich den Hype genossen. Aber eigentlich stehe ich lieber mit beiden Beinen auf dem Boden.

Und der Glamour?
Den brauche ich nicht. In Bern wollen wir Gesprächsstoff bieten, nicht Glamour. Hier sollen Arbeiten entstehen, über die man spricht, weil sie Kontroversen anstossen.

Wird Bern von Ihren Beziehungen aus Berlin profitieren?
Das hoffe ich. Durch meine Arbeit hier bin ich ja nicht aus der Szene gefallen. Beim Heidelberger Stückemarkt bin ich Mitglied der Jury, was eine schöne Aufgabe ist und den Nebeneffekt hat, dass ich unser Schauspiel auch dort ins Gespräch bringen kann. Es reizt mich nach meiner Festivalzeit auch weiterhin, internationale Bindungen zu anderen Bühnen zu schaffen.

Bern spielt allerdings nicht in der ersten Liga.
Das stimmt schon, von Zürich und Basel hat man mehr gehört in den letzten Jahren. In der Oper gab es in Bern einen Einbruch, das Schauspiel dagegen hat einen Aufschwung erlebt. Es ist also schon etwas da, das ist reizvoll. Auch ausserhalb des Stadttheaters, Auawirleben zum Beispiel: ein tolles Festival, über das ich sehr froh bin, weil man hier mitbekommt, was international läuft. Wichtig ist mir zudem, dass sich Bern zu seinem Theater bekennt.

Bekennt?
In Deutschland wird in mehreren Städten diskutiert, ob man das Theater abschaffen soll. Hier dagegen hat die Bevölkerung in einer Abstimmung klar gesagt, dass sie das Stadttheater – jetzt Konzert Theater Bern – will.

Das Theaterschwinden in Deutschland – fürchten Sie, es könnte auf die Schweiz überschwappen?
Es wäre schade, denn ein Theater ist als Mittelpunkt einer Stadt wichtig. Und für Bern ist es besonders wichtig, dass dieses Theater als Haus mit mehreren Sparten an verschiedenen Spielorten punktet. Das ist unsere Chance.

Erich Sidler, Ihr Vorgänger als Leiter des Schauspiels, wollte ein eigenes Haus für seine Sparte in den Vidmarhallen.
Wir haben andere Pläne, alle Spartenleiter treten gemeinsam an. Im ersten Jahr ist das noch nicht ganz ablesbar, weil wir sehr wenig Zeit für die Vorbereitung hatten. Aber unser «Blaubart»-Projekt im Oktober, an dem sich Schauspiel, Oper, Tanz und das BSO beteiligen, ist ein Anfang.

Die Auflösung der Spartengrenzen liegt in der Luft, viele Theaterleute reden davon. Was aber bringt dieses Spartenübergreifende eigentlich – dem Publikum, der Kunst?
Nach innen schafft es eine ganz andere Identifikation der Theaterleute untereinander. Und das wirkt sich hoffentlich auch nach aussen aus. Sodass jemand, der eigentlich nicht in die Oper geht, oder einer, der sonst lieber nach Zürich fährt, Interesse bekommt.

Konkreter?
Der «Blaubart» ist ein Stoff, den man mit vielen anderen Autoren hätte realisieren können. Wir haben uns für Max Frisch und seine nüchterne Erzählweise entschieden, weil wir sie sehr charmant fanden; mit unserem Orchester, das viel Gefühl hat, kommt dann eine andere Lesart dazu, eine neue Emotionalität.

Wenn die Vorlaufzeit für Ihren ersten Spielplan derart kurz war, dann erwarten uns wohl viele Kompromisse.
Nein, nein. Wenn man allerdings grosse Regisseure wie Castorf, Pucher oder Pollesch an ein Haus wie Bern binden wollte, dann müsste man schon sehr früh Gespräche über Regieverpflichtungen führen, damit das nicht Eintagsfliegen bleiben. Dafür war es zu spät. Aber das ist nicht der eigentliche Grund, warum wir keine solchen Namen im Programm haben. Ich werde mit Regisseuren arbeiten, die ich aus meiner Theaterarbeit kenne, und mit Talenten, die ich schon länger beobachte. Die möchte ich weiter aufbauen und mit ihnen eine eigene Sprache für Bern finden. Wenn man die im deutschsprachigen Raum berühmtesten Regisseure sehen will, dann sind Basel oder Zürich nur eine Stunde entfernt.

Also niemals ein Pucher für Bern?
Auf Namen will ich mich nicht festlegen. Es kann durchaus einmal sein, dass einer der «Grossen», die ich schätze, genau richtig sein wird für ein bestimmtes Projekt. So wie jetzt Michael Simon, der als Regisseur den «Blaubart» stemmt.

Sie haben vom Anknüpfen ans Erreichte gesprochen. Von Ihren Schauspielregisseuren ist aber Matthias Kaschig der Einzige, der in der letzten Ära hier inszeniert hat.
Ich kann zu jedem Regisseur einen Bezug herstellen, das ist mir wichtig. Jan-Christoph Gockel zum Beispiel, der nun die «Trilogie der Träumer» von Philipp Löhle inszeniert – ich habe ihn beim Talenteformat des Theatertreffens kennen gelernt. Da hat er einen historischen Rundgang durch ein Hochhaus von Le Corbusier inszeniert, und am Schluss kam heraus, dass vieles gar nicht wahr war. Gockel ist einer, der einem einen solchen Bären aufbinden kann. Und Matthias Kaschig hat mich einfach überzeugt hier, ich kannte ihn vorher nicht und war hin und weg von seinem «Woyzeck». Dass Kaschig dem Zuschauer Räume lässt, um eigene Lesarten eines Stücks zu finden, das mag ich.

Erklären Sie uns das ästhetische Programm Ihres Schauspiels.
Bestimmte Ästhetiken und Regiehandschriften sind mir gar nicht so wichtig. Mir kommt es vielmehr darauf an, dass das alles Regisseure mit einer Fantasie sind, die sich an den Stücken entzündet. Wenn man mit denen redet, dann geht das schon los, das beginnt bei einer Figur, und dann entsteht da plötzlich ein unglaublich grosser Fantasieraum. Ich glaube, das ist erst einmal richtig für Bern. Ich will lieber die Menschen hier ansprechen als ihnen Theatertrends vorsetzen, die vielerorts schon bekannt sind. Ein René Pollesch funktioniert in Berlin an der Volksbühne, dort ist das grandios. Hier aber fände ich das im Moment nicht so spannend. Das gilt erst recht für all die Regisseure, die so tun, als wären sie Pollesch oder Castorf – langweilige Imitate, die brauchen wir nicht.

Ihr Spielplan wäre allerdings auch in jeder anderen mittelgrossen Stadt denkbar.
Ich hoffe, dass Sie anderer Meinung sind, wenn Sie ein paar unserer Inszenierungen gesehen haben. Jan-Christoph Gockel, der Regisseur von Löhles «Trilogie», war im Juni hier und hat sich gut vernetzt. Er hat mit vielen Schweizern die Fussball-EM verfolgt, sich die Geschichten der Stadt angehört und ist eingetaucht in Bern und seine Themen. Da wird sich die Stadt hoffentlich auch auf der Bühne wiedererkennen.

Was für ein Theater braucht diese Stadt denn?
Ich habe in Bern den Satz gehört, dass man lieber in die Berge geht als ins Theater. Diesen Sommer war ich auch in den Bergen und fand: Ja, kann ich verstehen. Diese Schönheit! Und doch denkt man dann nach über diese Idylle. Worauf ist sie gebaut? Und dann diese Altstadt – was steckt hinter den Fassaden? In Bern muss man auch hinter die Kulissen blicken, darum geht es mir. Mich interessiert auch, wer das Zimmermädchen in meinem Hotel war, das vom Hotelier mit drei Sätzen Spanisch angewiesen wird, sich mir im Lift aber als Ukrainerin zu erkennen gibt. Auch unser Wohlstand ist ja auf etwas gebaut. Und es gibt Armut und Not, auch wenn man sie nicht sieht. Solche Dinge kann man im Theater reflektieren, die eigene Familie genauso wie das Land, in dem wir leben. «Ustrinkata» zum Beispiel werden wir zeigen, nach der Erzählung des Bündners Arno Camenisch: Da trinkt eine Dorfgemeinschaft allen Schnaps aus, den es in einer Kneipe noch gibt. Es kommen viele Erinnerungen auf, weil auch eine gemeinsame Zeit zu Ende geht: Wenn der einzige Treffpunkt schliesst, dann stirbt mit ihm ein Teil der Geschichte der Gegend. Solche Themen greifen wir auf, damit über sie nachgedacht wird, schliesslich sind Fortschritt und Wachstum nicht alles auf der Welt.

Wozu braucht es das Theater bei dieser Reflexion?
Es ist direkt, es ist live. Wir initiieren auch den «Host Club», ein neues Diskussionsformat, in dem das Publikum unmittelbar ins Spiel kommt mit seinen Ideen und seinem Echo auf unsere Stücke und Themen, und aus alledem schreibt unser Hausautor Marcel Schwald am Ende ein Stück, und dann werden wir sehen, wie sie denn war, die Kommunikation mit dem Publikum.

Interaktives Theater – auch das ist einer dieser gerade sehr beliebten Trends. Woher nehmen Sie die Gewissheit, dass das Publikum über- haupt Teil der Bühne sein will?
Wir werden sehen, wer das Angebot annimmt. Ob es nur die jungen Leute sind, die es gewohnt sind, sich mitzuteilen, oder auch andere.

Wie schnell muss das Theater auf politische und gesellschaftliche Aktualitäten reagieren?
Nicht so schnell wie die Politik. Theater ist ein Ort der Reflexion, es beobachtet und bearbeitet eher Langzeitgeschehnisse. Darum habe ich eine thematische Schiene zu Russland für die nächste Spielzeit im Auge.

Mehrere Theatermacher arbeiten derzeit an Stücken über Anders Breivik. Auch Milo Rau, der hier im Schlachthaus seinen Abend über den Völkermord in Ruanda gezeigt hat. Was halten Sie von Breivik auf der Bühne?
Wenn man sagt: Wir schreiben jetzt schnell ein Stück über Breivik, dann bringt es nichts. Wenn man aber einen intelligenten Ansatz und eine überzeugende Form findet, dann geht so etwas. Bei Milo Rau funktioniert es.

Sie zeigen nun sein Stück über Breivik? Angekündigt ist ein anderes, eines über die Grenzen der Demokratie mit dem Arbeitstitel «Der dunkle Kontinent».
Ja, es ist das Breivik-Projekt, aber das hängt noch von Milo Rau ab. Das Stück entsteht in Zusammenarbeit zwischen ihm, dem Deutschen Nationaltheater in Weimar und unserer Abteilung Koop und wird über viele internationale Stationen gehen.

Es gibt in Ihrem Spielplan Gegenwartsdramatik und neue Theaterformate, aber auch merkwürdig viel Klassik.
Das empfinde ich nicht so. Wir haben lauter zeitgenössische Autoren, angefangen bei Philipp Löhle, dann Roman Sikora, Janne Teller, Pedro Lenz oder Moritz Rinke. Daneben gibt es mit Dürrenmatt, Frisch und Horvàth drei moderne Klassiker. Und nur zwei alte, einen Goethe und einen Shakespeare.

Trotzdem erstaunlich für eine Theatermacherin, die als Expertin für Gegenwartsdramatik bekannt ist.
Die Klassiker braucht es. Das finden auch viele junge Theaterleute in der freien Szene. Es ist wichtig, dass wir die grossen Themen auch mit Shakespeare erzählen. Nehmen Sie seinen «Othello»: Weisse verliebt sich in Schwarzen, grosse Liebe, Eifersucht, Intrigen, Dynamik. Da bringt jeder Zuschauer einen eigenen Kontext mit, so verbindet sich der klassische Konflikt immer neu mit Geschichten aus der Gegenwart, und genau das ist das Tolle an Klassikern: Sie machen das Theater vielschichtiger, reicher. Wenn man die grossen Stoffe nicht mehr kennt, ist das schade. Wie es auch schade ist, wenn die Schulen diese Stoffe nur noch lesen, aber nicht mehr auf der Bühne sehen, denn dafür wurden sie geschrieben, nicht für die Bibliothek.

Wenn die Schulen nicht mehr kommen, hat das Theater ein Problem.
Ich verstehe, dass die Jungen keine Lust auf verstaubtes Theater haben. Das Theater muss einen Schritt nach vorne machen. Die Theaterpädagogik ist da sehr wichtig, wir haben ein gutes Feedback, was den Einsatz unserer Theaterpädagogin in den letzten Jahren betrifft, etwa beim «Woyzeck»: tolle Art, der Jugend einen Autor wie Büchner nahezubringen mit der Musik von Tom Waits, das macht Lust auf Theater.

Sie haben auch den «Goalie» von Pedro Lenz im Programm. Wollen Sie der geplanten Verfilmung den Rang ablaufen?
Nein, Till Wyler von Ballmoos bringt für uns den Roman auf die Bühne, ein junger Regisseur und Musiker, der hier die Hochschule der Künste besucht hat und derzeit an der Biennale arbeitet – das wird garantiert ein ganz anderer «Goalie» als der im Kino. Dabei wollte ich dieses Stück ja erst gar nicht, um nicht dem Hype hinterherzurennen. Doch dann habe ich das Buch gelesen und war so ergriffen von dieser Figur: Der leert zwar sehr viele Flaschen, ist aber alles andere als dröge, sondern ein ganz beweglicher Geist, und er fasst nirgends Fuss, weil er nicht mitmachen will. So einer ist in unserem Wohlstand natürlich ein Störenfried. Da geht es um die Frage nach den Unangepassten, und die passt sehr zu dieser Stadt und diesem Land. Warum braucht es Fantasten, Spinner, Revoluzzer, wenn es allen gut geht? Genau darum dreht sich auch die «Trilogie der Träumer», mit der wir den Spielplan beginnen.

Ihr Vorgänger setzte auf ein dichtes Programm mit vielen Stücken, das den Schauspielern sehr viel abverlangte. Was haben Sie vor?
Ich kann Erich Sidler gut verstehen, er hat etwas aufgebaut in den fünf Jahren, und das wollte er zeigen. Wenn ein Stück gut läuft, soll man es weiterspielen; darum zeigen wir den «Woyzeck» aus Sidlers Zeit jetzt auch noch im Grossen Haus. Was die Ressourcen der Schauspieler angeht, so habe ich genau darauf geachtet, was noch drinliegt. Zudem war es mir wichtig, dass die neuen und die alten Kräfte zusammenkommen.

Sie können mit einem Antrittsgeschenk starten: Das Ensemble ist soeben aufgestockt worden.
Ich kämpfe darum, dass mehr Stellen geschaffen werden.

Die fünf neuen Stellen sind noch nicht besetzt?
Das Ensemble ist – rein numerisch – noch immer gleich gross. Zudem sind wie zuvor Gastschauspieler engagiert, damit wir überhaupt Stücke parallel proben und spielen können. Wir haben jetzt aber auch «feste» Gäste mit Spielverpflichtungen für mehrere Stücke. Das kann allerdings nur eine Übergangslösung sein. Es braucht einfach mehr feste Schauspieler im Ensemble.

Sie glauben ans Ensemble?
Unbedingt. Im Schauspiel bringen die Neuen auch eine neue Dynamik: Man kann nicht mehr ganz so sein wie bisher, positioniert sich neu, stellt sich neu vor. Das hat gute Reaktionen ausgelöst, und darum ist es nicht schlecht, immer wieder mal mit Gästen zu arbeiten, die aus einem ganz anderen Kontext kommen.

Mit Ensembles und Spielplänen hatten Sie in den letzten zehn Jahren wenig zu tun: Das Berliner Theatertreffen ist ein Best-of bereits gespielter Inszenierungen, ausgewählt und eingeladen von einer Kritikerjury.
In den zehn Jahren zuvor hatte ich dafür sehr viel mit diesen Dingen zu tun, und das verlernt man nicht. Ich war Dramaturgin in Bonn und Bremen und an beiden Orten in der künstlerischen Leitung.

Letzte Frage: Wo wollen Sie mit Bern hin? Konkurrieren Sie mit Basel, Luzern und Zürich?
Einen Kollegen in Luzern kenne ich schon seit langem, und zur Konkurrenz sagt er nur: Es kann nicht genug Theater geben.

Der Bund

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