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Lalalalala-Labyrinth, Labyrihihi

In Salzburg ist Wolfgang Rihms «Dionysos» nach Nietzsche-Texten uraufgeführt worden: Eine schlüpfrige, witzige und tieftraurige Opernfantasie.

Ein Mann und seine bösen Träume: Johannes Martin Kränzle als N. in Wolfgang Rihms neuer Oper im Salzburger Haus für Mozart.
Ein Mann und seine bösen Träume: Johannes Martin Kränzle als N. in Wolfgang Rihms neuer Oper im Salzburger Haus für Mozart.
Ruth Walz

Musiktheater, so schrieb einst Wolfgang Rihm, sei denkbar als «diskursive Verlängerung des Traums in die Wirklichkeit». Wie ein Traum wirkt denn auch der erste Teil seines «Dionysos». Er fängt an mit einem Frauenlachen, mit hohen Geigentrillern. Nixen, die aussehen wie Marilyn Monroe, umschwärmen den Träumer, der im wachen Leben nie eine Frau wie Marilyn Monroe kriegen würde. Dann ist plötzlich Ariadne da, die sich mit ihrem eigenen Faden fesselt, fesseln lässt. Sie singt von Götter-Blitz-Augen, dabei hat der Träumer nur einen schlecht sitzenden Regenmantel und eine altmodische Frisur. Er rudert, das Schiff ist ein Berg, er versucht zu sprechen, es geht nicht. Und als es endlich doch geht, steigt eine verblüffend reine Tonleiter auf: «Ich bin dein Labyrinth.»

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