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Konzert Theater Bern will auch während Umbau «alles können dürfen»

Mit der Saison 2014/15 geht das Konzert Theater Bern in die erste Spielzeit, die auch für das Publikum spürbar von der Sanierung des Stadttheaters geprägt sein wird.

Das Stadttheater Bern wird während der kommenden Spielzeiten saniert.
Das Stadttheater Bern wird während der kommenden Spielzeiten saniert.
Valérie Chételat
Das Stadtberner Stimmvolk sagte im vergangenen Jahr Ja zum Kredit.
Das Stadtberner Stimmvolk sagte im vergangenen Jahr Ja zum Kredit.
Peter Klaunzer, Keystone
Alexander Tschäppät will bei der Sanierung das Kostendach unbedingt einhalten.
Alexander Tschäppät will bei der Sanierung das Kostendach unbedingt einhalten.
Valérie Chételat
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Für die Renovationen im Zuschauerbereich wird das Stadttheater am Kornhausplatz bereits Ende März 2015 geschlossen. Das Vier-Sparten-Haus muss dann in andere Räume ausweichen.Direktor Stephan Märki nimmt die Herausforderung an, wie er am Dienstag vor den Medien betonte.

Dennoch präsentiert Konzert Theater Bern in der nächsten Spielzeit mehr als 30 Premieren. Sieben Uraufführungen werden angeboten und ein Konzertprogramm mit über 30 symphonischen Abenden. Insgesamt sind 430 Vorstellungen und Konzerte geplant, wie Märki und die Leiter der verschiedenen Sparten bekanntgaben.

Das Saison-Eröffnungsfest findet Ende August wegen der Sanierung erstmals im Kultur-Casino statt. Zweiter Höhepunkt zum Auftakt ist das traditionelle Open-Air-Konzert des Berner Symphonieorchesters auf dem Bundesplatz unter der Leitung von Chefdirigent Mario Venzago.

Die künstlerische Zusammenarbeit zwischen den Sparten soll in der kommenden Saison verstärkt werden. So stehen in den Vidmar-Hallen mit «Dancing Bach» und einer Neufassung von «Bernarda Albas Haus» gleich zwei spartenübergreifende Produktionen auf dem Premierenplan.

Zu Gast bei Kirchgemeinden

Aus der Not der räumlichen Engpässe will das Haus eine Tugend machen: Auf der Suche nach neuem Publikum sind wiederum Gastspiele an ungewohnten Orten geplant.

So wird Lot Vekemans' «Judas» als mobile Produktion in zahlreichen Kirchgemeinden in Stadt und Region Bern gezeigt. Auch die Grosse Halle der Reitschule kommt wieder zum Zug. Dort ist im Mai und Juni kommenden Jahres «Herzog Blaubarts Burg» zu sehen.

«Wir stellen uns permanent die Frage: Was kann Theater, was soll Theater? Was darf es? Was darf es können?», sagte Stephan Märki. «Und natürlich kommen wir immer auf die Antwort: Alles. Es muss alles wollen, es sollte alles können und alles dürfen - dafür kriegen wir ja das Geld.»

9 der 14 Schauspiel-Neuinszenierungen stammen von Autorinnen und Autoren der Gegenwart. Zwei Uraufführungen sind zu sehen, darunter eher überraschend ein Werk, das bei der Schweizer Journalistin und Buchautorin Michèle Roten in Auftrag gegeben wurde. «Wir sind selig!» heisst der Arbeitstitel des Stücks, das in der ehemaligen Brauereiwirtschaft «Heitere Fahne» in Wabern zu sehen sein wird.

Zweifel an Gott und an der Welt

Roten beschäftigt sich mit aktuellen Glaubensfragen. Generell kreist der Spielplan des Schauspiels um religiösen Glauben und um die Zweifel an Gott und der Welt, wie Leiterin Iris Laufenberg ausführte.

Das Thema findet sich in Klassikern wie Goethes «Faust» und Kleists «Der zerbrochne Krug». Mit «Die Ilias» nach Homer bis hin zu «Merlin oder Das wüste Land» wird ein Bogen vom Beginn der europäischen Religionsgeschichte bis zum Endzeitdrama gespannt.

Schöpfung und Tanz

Erfolgreich in Bern gestartet ist Estafania Miranda mit ihrer Tanzcompagnie. Seit Januar sind alle Vorstellungen ausverkauft. In der neuen Spielzeit stehen das Erschaffen und der Schöpfungsmoment im Mittelpunkt der Neuproduktionen, was sich bereits zum Saisonstart mit «Requiem» zeigt.

Das Musiktheater unter der Leitung von Konzert- und Operndirektor Xavier Zuber wird mit «Armide» in die nächste Spielzeit starten. Im November wird Nigel Lowery sein Bern-Debüt geben und seine Interpretation der «Zauberflöte» im Gesamtkonzept von Regie, Bühne und Kostüm präsentieren.

Ein Wochenende voller Beethoven

Beim Berner Symphonieorchester (BSO) schliesslich wird Mario Venzago zehn Konzerte selbst dirigieren - darunter als Fortsetzung seines Bruckner-Zyklus dessen 2. und 8. Symphonie. Als einen der Höhepunkte der Konzertsaison sehen die Veranstalter das Festival «Beethoven@Bern», an dem das BSO alle Klavierkonzerte des grossen Wiener Klassikers an einem Wochenende im Juni 2015 präsentiert.

SDA/bwg

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