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«In jedem Drama steckt ein Splitter Hoffnung»

Der syrische Dramatiker Mohammad Al Attar musste 2012 aus seiner Heimat fliehen. Am Zürcher Theater Spektakel zeigt er sein neues Stück. Es handelt von Syrien, einem Land «im Koma».

«While I Was Waiting» zeigt Menschen in einer lähmenden Situation. Foto: Didier Nadeau
«While I Was Waiting» zeigt Menschen in einer lähmenden Situation. Foto: Didier Nadeau

Syrien sei der beste Ort, um die Welt von heute zu verstehen. So zitieren Sie in einem Essay Ihren Kollegen Yassin al-Haj Saleh. Das Land, in dem Chaos und Krieg herrschen?

Das ist eine pointierte Formulierung von ihm, die aber an etwas Entscheidendes rührt: Syrien ist nicht einfach ein seltsames Gebilde, wo man in Blut watet und das aus unerfindlichen Gründen gespalten ist zwischen islamischem Extremismus und Assads Diktatur. Da gibt es eine Vorgeschichte, die zum Kolonialismus und zum Ersten Weltkrieg zurückreicht. Und heute ist Syrien ein Spielball der USA und Russlands. Um den Konflikt zu verstehen, muss man sich die Weltgeschichte und den Machtpoker aller anschauen: Die Verantwortung für das Elend liegt zumindest nicht nur bei Syrien. Auch hat die Geburt des IS sehr wenig mit Religion zu tun und mehr mit der erbarmungslosen, modernen Welt und ihren sozialen Ungerechtigkeiten.

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