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«Die Bürger lassen sich nicht verscheissern»

Autor Feridun Zaimoglu attackiert Erdogan, Merkel und die Gewaltkultur vieler Einwanderer. Für den Saisonstart am Schauspielhaus hat er «Antigone» entsprechend überarbeitet.

«Die selbst ernannte Schutzgarde des Abendlandes sind nicht gerade die hellsten Kerzen»: Feridun Zaimoglu. Foto: Erwin Elsner (DPA)
«Die selbst ernannte Schutzgarde des Abendlandes sind nicht gerade die hellsten Kerzen»: Feridun Zaimoglu. Foto: Erwin Elsner (DPA)

Kanzlerin Angela Merkel und die CDU wurden schwer abgestraft in Mecklenburg-Vorpommern. ­Haben die Deutschen genug von der Willkommenskultur?

Das Wort Willkommenskultur ist einfach ein Unwort, man kann von Gastfreundschaft sprechen. Und Frau Merkels Leistung wird überschätzt. Weil ich viel reise und die meisten Lesungen in Kleinstädten bestreite, habe ich gesehen, dass da nicht geschwätzt, sondern gehandelt wird, und dass die Bürgermeister der Kleinstädte die eigentlichen Helden der Gastfreundschaft sind. Aber die Überrumpelungspolitik von Frau Merkel, von der ich nie etwas gehalten habe, war keine Politik. Wenn eine Kanzlerin sich hinstellt und sagt «Ich habs gefühlt» – dann ist das ein Blödsinn. Es suggeriert einen göttlichen Akt der Gnade und verbietet jede kritische Nachfrage als herzlos. Das ist eine Frechheit ohnegleichen und löst Widerstand aus.

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