«Ich bin ja nicht der Alleinherrscher»

Konzert Theater Bern hat nach der Affäre um Stephanie Gräve noch keinen neuen Leiter für die Schauspielsparte. Die Suche sei im Gang, sagt Intendant Stephan Märki.

«Es gehört zu Bern, dass es viele Besserwisser gibt»: Intendant Stephan Märki über die Folgen der Affäre Gräve im Konzert Theater Bern.

«Es gehört zu Bern, dass es viele Besserwisser gibt»: Intendant Stephan Märki über die Folgen der Affäre Gräve im Konzert Theater Bern. Bild: Adrian Moser (Archiv)

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Seit bald einem halben Jahr, seit der Freistellung von Schauspieldirektorin Stephanie Gräve, sind Sie nicht nur Intendant, sondern leiten provi­sorisch auch die Schauspielsparte. Jetzt haben Sie auch noch einen neuen Spielplan aufgestellt.
Das ist natürlich sehr sportlich, weil so ein Spielplan im Normalfall von Tag zu Tag im Lauf des Jahrs entsteht. Aber es ist gelungen, dank einem herausragenden Team.

Wie viel in Ihrem Spielplan stammt noch von Gräve?
Einen Teil haben wir noch gemeinsam entschieden, zum Beispiel die Stücke im Grossen Haus: «Der Besuch der alten Dame» und «Tom Sawyer», also das Kinderstück. Ebenso die Kooperation mit der Oper im Kubus: «Im weissen Rössl». Vieles ist neu, bei den Produktionen in den Vidmarhallen und den anderen Spielstätten. Wir haben auch grossartige Regisseure dazugewinnen können, Elmar Goer­den und Ueli Jäggi beispielsweise.

Wann haben die Entscheide stattgefunden?
Wir hatten nach der Freistellung sieben Wochen, um den Spielplan zu überarbeiten.

Da stand also schon ein Spielplan von Gräve?
Ja, aber nichts Schriftliches. Freilich war der Spielplan auch Teil der inhaltlichen Auseinandersetzung, die zur Freistellung geführt hat. Das ist ja bekannt.

Eigentlich nicht.
Doch, es gab inhaltliche Differenzen.

Die offizielle Erklärung des Stiftungsrats lautet anders: Es ging um rein persönliche Unverträglichkeiten.
Von Anfang an wurde von «grundlegenden inhaltlichen und strategischen Differenzen» gesprochen. Dass diese eng mit persönlicher Inkompatibilität zu tun haben, ist doch klar. Wir sind ein zehnköpfiges Leitungsteam, lauter starke Persönlichkeiten, da kann man sich vorstellen, dass man inhaltlich nicht immer der gleichen Meinung ist. Die Frage ist, wie man mit diesen Differenzen umgeht. Und ob man aus der Gesamtsicht des Theaters am selben Strick zieht.

Die Auseinandersetzung zwischen Ihnen und Stephanie Gräve war nicht konstruktiv?
Gut kombiniert. Und wenn man feststellt, dass man sich getäuscht hat in einer Person, wäre es ein Fehler, die Konsequenzen nicht zu ziehen, unabhängig vom öffentlichen Echo.

Warum hat man es nicht fertig­gebracht, sich zusammenzuraufen?
Dafür braucht es zwei.

Dafür wären Sie zu haben gewesen?
Natürlich. Es ist nicht so, dass wir es nicht gemeinsam probiert hätten. Und zwar nicht nur ein halbes Jahr lang, seit ihrem Amtsantritt, sondern schon anderthalb Jahre, während der Vorbereitungszeit. Aber nun ist es, wie es ist, wir suchen eine faire Lösung und wollen Stephanie Gräve keine Steine in den Weg legen.

Sie machen auch die Planung der übernächsten Saison 2017/18 noch ohne neuen Leiter fürs Schauspiel.
Es gibt Gespräche über einzelne Projekte, aber die stehen unter dem Vorbehalt, dass die neue Leitung einbezogen wird. Wir nehmen uns für diese Nachfolge mehr Zeit als bei der Anstellung von Stephanie Gräve. Damals haben wir vielleicht zu schnell entschieden.

Wozu brauchen Sie die Zeit?
Für intensive Gespräche, für Nachfragen und Abklärungen über die Bewerber.

Unklar geregelte Kompetenzen waren ein Teil des Konflikts zwischen Ihnen und Stephanie Gräve.
Die Kompetenzen sind ganz klar geregelt.

Und wer entscheidet, wenn sich der Intendant und die Schauspielleiterin nicht einig sind?
Der Intendant, der Hierarchie gemäss, aber so macht man es nur im äussersten Fall. Ich habe in der ganzen übrigen Geschäftsleitung, zu der die Spartenleiter gehören, davon noch nie Gebrauch machen müssen. Ich bin letztlich für die künstlerische Gesamtausrichtung zuständig, und wenn diesbezüglich etwas schiefläuft, kommen die Leute zu mir, nicht zum Regisseur oder zum Spartenleiter. Ich vertrete das Theater auch nach aussen.

Was bedeutet das nach innen?
Letztlich kann ich in jede Inszenierung eingreifen. Aber man muss immer überlegen, welchen Flurschaden man damit hinterliesse. Darum bin ich damit sehr zurückhaltend, ich mache Angebote, keine Anweisungen. Ich bin von der Teamarbeit überzeugt, das ergibt natürlich Spielräume, und es ist vielleicht für jemanden, der neu die Verantwortung für eine Sparte übernimmt, nicht auf Anhieb zu erkennen, wo sie liegen.

Ein Spartenleiter hat also die Verantwortung für sein Budget, kann aber nicht autonom entscheiden?
Doch, er ist weitgehend autonom, aber er muss sich natürlich mit mir austauschen. Und das ist ja auch ein schöner Prozess. Sie tun ja so, als wäre das eine Zwangsmassnahme. Ein Spartenleiter ist häufig froh um eine zweite Meinung.

Gibt es Vorkehrungen für den Konfliktfall?
Konflikte gibt es täglich. Mit allen anderen Spartenleitern habe ich kein Problem, ich hatte auch keine in den letzten dreissig Jahren. Trotzdem kann es Konstellationen geben, die nicht funktionieren.

Das heisst, es gibt keine Änderungen im Organigramm?
Ich wüsste nicht, wo man es ändern müsste. Ich kenne keinen anderen Theaterbetrieb, der so gut organisiert ist, von der Geschäftsordnung und der Arbeitsteilung her. Die Kompetenzen sind klar – die Frage ist, wie man damit umgeht.

Trotzdem wurde das Theater wegen organisatorischer Mängel kritisiert.
Es gehört zu Bern, dass es hier viele ehemalige und selbst ernannte Experten und Besserwisser gibt, die denen, die aktuell die Verantwortung tragen, sagen, wie sie es zu machen haben. Ich bin ja nicht der Alleinherrscher, der seinen Mitarbeitern zu wenig Freiheit lässt, auch wenn ich seit Stephanie Gräves Freistellung in einem Teil der Öffentlichkeit so dastehe. Seit ich Theater mache, geht es mir ums Team. Es gibt kaum ein Theater wie das in Bern, das über ein so breites Leitungsteam verfügt, in dem alle auf Augenhöhe arbeiten.

Wann sind Sie der Chef?
Ich muss eingreifen, wenn ich das Gefühl bekomme, dass es anders nicht mehr geht.

Und wann ist das der Fall?
Ein Mehrspartenhaus ist ein Gesamtkunstwerk. Ich muss dafür sorgen, dass die Sparten ineinandergreifen und das Ganze nicht zum Kippen kommt.

Sie haben die Aussagen Gräves zum Verhältnis von Theater und Kirche kritisiert, die sie im «Kleinen Bund» gemacht hat. Muss ein Spartenleiter seine künstlerischen Vorstellungen von Ihnen genehmigen lassen?
Wenn ich ein grosses Interview gebe, informiere ich die Kollegen in der Geschäftsleitung. Dass die Kommunikationsabteilung einbezogen wird, ist normal.

Vertrauen Sie Ihren Leuten nicht?
Doch, darum geht es nicht. Wenn eine Sache alle Sparten betrifft, ist es doch selbstverständlich, dass man sich abspricht. Und die Sache mit der Kirche betraf das ganze Haus.

Inwiefern?
Gräves Aussage, es sei Aufgabe des Theaters, auf die grossen Menschheitsfragen Antworten zu geben, betraf das ganze Haus. Wir sind da aber mehrheitlich anderer Meinung: Wir stellen im Theater Dinge zur Diskussion, wir sagen nicht: So ist es.

Kann ein Detail so entscheidend sein?
Um es noch einmal deutlich zu sagen: Das sogenannte Kirchenthema hat nicht zur Freistellung geführt.

Waren die Kompetenzkonflikte ein Thema in den Gesprächen mit den Kandidaten für Gräves Nachfolge?
Wir reden natürlich über Kompetenzen. Bern ist insofern ein Spezialfall, als hier überdurchschnittlich viele Kompetenzen bei den Spartenleitern und den übrigen Geschäftsleitungsmitgliedern liegen, die alle vom Stiftungsrat gewählt werden.

Und wann werden Sie den neuen Schauspielleiter vorstellen können?
Noch in diesem Sommer, spätestens Anfang September.

Und er würde also 2018 anfangen?
Nein, 2017. Und er wäre bei allen Weichenstellungen und der Besetzung des Ensembles schon ab Sommer 2016 beteiligt.

Was machen Sie diesmal anders bei der Rekrutierung?
Noch mehr Referenzen einholen, das ist ein Punkt. Aber vorauszusehen, wie Menschen in der Zusammenarbeit harmonieren, ist sehr schwierig. Es melden sich viele Leute, auch überraschende. Ich suche jemanden, der oder die mit der Schweizer Kultur und Mentalität Erfahrung hat. Die ist nun einmal besonders.

Wie vermeiden Sie, dass Sie sich erneut täuschen?
Sollte ich mich wieder täuschen, würde ich wieder die Konsequenzen ziehen. Aber der Konflikt mit Gräve war der erste dieser Art in meiner dreissigjährigen Karriere als Theaterleiter.

Was sagen Sie selber, wenn Sie zu Gräve eine Referenz abgeben sollen?
Ich sage, dass ich die falsche Person dafür bin. Ich will nichts Negatives sagen. Wir haben uns getrennt, und darum falle ich als Referenz für ihre Bewerbungen aus.

Sie haben Gräve seinerzeit vorgeschlagen und in den höchsten Tönen gelobt. Dann haben Sie Ihre Frei­stellung verlangt. Der Stiftungsrat muss sich wie die Öffentlichkeit auf Sie verlassen können.
Stellt man jemanden vor, lässt man keine Skepsis einfliessen, sondern vor allem die Erwartungen, die man hat.

Was muss der neue Leiter können?
Es gibt den Leistungsausweis, und es gibt die Referenzen und viele Gespräche, nicht nur mit mir, sondern mit dem übrigen Leitungsgremium.

Und wo soll das Berner Schauspiel in drei, vier Jahren stehen?
Kennen Sie Brecht? «Ja, mach nur einen Plan – sei nur ein grosses Licht und mach dann noch nen zweiten Plan – gehn tun sie beide nicht.» Ich bin kein Anhänger grosser strategischer Pläne.

Was aber soll, fürs Publikum, die Botschaft dieses Schauspiels sein?
Entscheidend ist, dass das Theater etwas will, und zwar mit dem Ort, der Stadt, ihren Menschen, und über Bern hinaus einen Bogen schlägt zu den Wurzeln unseres europäischen Denkens und Handelns. Und sich immer wieder aufs Neue der Frage stellt, wie wir leben wollen und was es ist, das Wir und das Hier, und warum das Heute ist, wie es ist. Es muss etwas mit unserer Lebenswirklichkeit zu tun haben, und es soll nicht nur Erwartungshaltungen erfüllen, sondern auch eine gewisse Zumutbarkeit einfordern. Ist das in Bern machbar mit dem bescheidenen Etat?
Ja, das ist auch mit jeder freien Gruppe machbar. Was es im Unterscheid zu Basel und Zürich hier nicht gibt, ist das Geld, um grosse Namen einzukaufen.

Ein Ensemble identifiziert sich mit seiner Chefin. Was bedeutet es für die Schauspieler, wenn sie von einem Tag auf den anderen weg ist?
Die Situation war sicher nicht einfach, vor allem für Berufsanfänger. Aber jetzt sind alle wieder voll motiviert dabei.

Gibt es nun Änderungen im Ensemble?
Ja, eine Tendenz ist heute, dass vor allem junge Schauspieler schwer zu binden sind über zwei Jahre hinaus. Wenn sie gehen wollen, lasse ich sie ziehen.

Müssen Sie jetzt auch neue Schauspieler suchen?
Nein, vorläufig nicht. Die, die gehen, bleiben bis Ende Jahr, das habe ich zur Bedingung gemacht. Zwei, drei werden gehen. Das ist aber auch eine Chance für die neue Schauspieldirektion, dass sie Wahlmöglichkeiten hat und Stellen besetzen kann. Gern möchte ich den Grossteil des Ensembles behalten.

Ist die Affäre Gräve der Grund für diese Abgänge?
Nein, die Abgänger haben schon vorher durchblicken lassen, dass sie gehen wollen. Und Sie – werden Sie Ihren Vertrag noch verlängern, über 2019 hinaus?
Darüber habe ich noch nicht nachgedacht, das ist noch zu weit weg.

Was wollen Sie noch erreichen?
Wir sind ja schon sehr erfolgreich unterwegs. Der Kubus hat extrem eingeschlagen, wir sind oft ausverkauft. Oper, Tanz und Schauspiel sind erfolgreich, das Orchester entwickelt sich auf Topniveau und reist nächstes Jahr sogar nach China.

Gräve ist nicht gekündigt, ihr ?Vertrag läuft bis 2019. Wenn es mit ihr keine Einigung über die Vertragsauflösung gibt, bevor ihr Nachfolger anfängt, muss das Theater zwei Löhne zahlen.
Ich gehe davon aus, dass Stephanie Gräve vorher einen Job findet. Sie ist durch und durch ein Theatermensch und will sicher nicht bis 2019 in die ­Ferien gehen.

Das Theater wartet also auf ihren Entscheid?
Es ist ja gegenseitig. Zwei Anwälte diskutieren das, und sie waren meines Wissens auch schon nahe an einer Lösung. Es hat sicher auch damit zu tun, wo sie künftig arbeitet. Bis 2017/18 übernehme ich die Verantwortung, und dadurch ent­stehen keine zusätzlichen Kosten.

Wo stehen die Verhandlungen der beiden Anwälte heute?
oweit ich informiert bin, sind sie auf gutem Weg. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 21.05.2016, 09:11 Uhr

Tannhäuser ist zurück

Das Musiktheater punktet nächste Spielzeit wieder mit einer Wagner-Oper. Nach dem «Lohengrin» letzte Saison in der Inszenierung von Stephan Märki führt im «Tannhäuser» jetzt Calixto Bieito Regie. Der «Tannhäuser» ist ein für Bern geschichtsträchtiges Werk, bereits bei der Eröffnung des Stadttheaters 1903 wurde diese Oper gespielt. Jetzt vertraut Konzert Theater Bern auf eine Koproduktion mit der Vlaamse Opera und Kevin John Edusei, der sie dirigiert. Edusei wird auch die festliche Eröffnung im umgebauten Stadttheater (26. 11. 2016) musikalisch leiten, auf dem Programm: Mozarts «Le nozze di Figaro». Was bietet die Saison sonst noch? In Ralph Benatzkys Singspiel «Im Weissen Rössl» wird der theatereigene Chor im Kubus einen grossen Auftritt bekommen. «Die Reise nach Tripiti» setzt die erfolgreiche Reihe der Familienopern fort. Und in Zusammenarbeit mit der Hochschule der Künste findet «The Navidson Records» in der Grossen Halle der Reitschule statt, ein Musiktheater als Installation für 18 Performerinnen. Als Wiederaufnahme steht unter anderem Mozarts «Zauberflöte» auf dem Programm. (mks)

Leichtigkeit ist Pflicht

Im Schauspiel liegt der Schwerpunkt auf der zeitgenössischen Schweizer Dramatik: Zu den je vier Ur- und Schweizer Erstaufführungen gehören u.a. «Die Vernunft, der Wahnsinn», das erste Theaterstück des Berner Autors Jürg Halter (Saisoneröffnung 10.9.), sowie «Die Reise von Klaus & Edith durch den Schacht zum Mittelpunkt der Erde» von Lukas Bärfuss. Klassische Stoffe wie «Penelope» oder Franz Kafkas «Amerika (Der Verschollene») sollen ins Heute geholt werden. Obwohl mit «3.3.93» des schwedischen Dramatikers Lars Noren, Samuel Becketts «Endspiel» und Rainer Werner Fassbinders «Katzelmacher» weitere schwere Stoffe gezeigt werden, erklärt Stephan Märki, Intendant und Schauspielchef ad interim, die «Leichtigkeit» zur Pflicht. In Bern bekannte Regisseure wie Ingo Berk, Johannes Lepper, Claudia Meyer sowie neue Namen wie Elmar Goerden und Ueli Jäggi sollen es richten. Als «Schmankerl» angekündigt werden die «Berner Bühne», die von Schauplatz International betreut wird, und die «Berner Reden», neu mit Philippe Tingler als Moderator. Haus-?autorin wird die lettische Germanistin Gornaya, die in Bern lebt. (bnb)

China ruft

Aufbruchstimmung beim Berner Symphonieorchester – in doppelter Hinsicht: Die Konzertsaison 2016/17 wird seine letzte im Kultur-Casino vor der zweijährigen Sanierung des Hauses. Doch vor dem festlichen Kehraus «mit Schwarzbrot und Klavier» (23.6.2017) hat es sich mit 199 Konzertprogrammen einiges vorgenommen, das Gratiskonzert auf dem Bundesplatz nicht mitgezählt. Zur Saisoneröffnung (23.9.2016) versammelt Chefdirigent Mario Venzago das BSO in seiner grösstmöglichen Besetzung für Schostakowitschs 4. Sinfonie. Schönbergs «Melodram» verspricht ein neuartiges, weil halbszenisches Konzertformat. Eine Novität, die vorab Eltern interessieren dürfte, sind Kinderhütedienste während der Sonntagskonzerte. Auf Gastdirigenten (Philippe Bach, Eliahu Inbal oder Jun Märkl) und Starsolisten wird man nicht verzichten müssen (Simone Kermes, Fazil Say, Steven Isserlys), ebenso wenig auf Einheimisches. Geplant sind Uraufführungen von Dieter Ammann oder des Berner Komponisten Urs Peter Schneider. Und erstmals in seiner Geschichte wird das BSO 2017 zu einer zehntägigen China-Tournee aufbrechen. (mks)

Von Callas bis Corbusier

Mit 12 Tänzerinnen und Tänzern sowie vier Eleven startet die Tanzcompagnie Konzert Theater Bern in die neue Saison. Neben der kleinen Improvisationsreihe LSD, in der im intimen Rahmen in der Vidmar die Ensemblemitglieder mit dem Publikum interagieren, sind vier grosse Tanzpremieren vorgesehen. In «Callas», der Eröffnungsproduktion (27.11.2016), untersucht Tanzdirektorin Estefania Miranda die Triumphe, die Einsamkeit und verzweifelte Suche nach Liebe der Operndiva. Und die in die Produktion integrierte Sopranistin Alexandra Lubchansky steuert eine Reihe ihrer beliebtesten Opernarien bei. Als Schweizer Erstaufführung wird zudem «Post anima» einstudiert, ein bildgewaltiges Werk des französischen Choreografen Etienne Béchard, der mit Bewegung und Raum die Abhängigkeit von Mensch und Maschine auslotet. Auch die Tanzplattform Bern erfährt eine neue Auflage: Der Gewinner des diesjährigen Berner Tanzpreises, der kommende Woche im Kubus ermittelt wird, darf – das ist der Preis – in der neuen Saison mit dem Ensemble ein Stück zu Le Corbusier kreieren. (mks)

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