Hora-Schauspielerin gewinnt Theaterpreis

Der renommierte deutsche Alfred-Kerr-Darstellerpreis geht dieses Jahr an eine Schweizerin: Julia Häusermann wird für ihre Rolle im «Disabled Theater» ausgezeichnet.

Die Preise des 50. Berliner Theatertreffens gehen an die deutsche Schauspielerin Sandra Hüller und ihre Zürcher Kollegin Julia Häusermann. Film- und Theaterschauspielerin Sandra Hüller («Requiem»), die drei Saison lang im Ensemble des Theaters Basel war, wird für ihre Leistung im Jelinek-Stück «Die Strasse. Die Stadt. Der Überfall» mit dem mit 10'000 Euro dotierten 3sat-Preis geehrt.

Der mit 5000 Euro dotierte Alfred-Kerr-Darstellerpreis für Nachwuchsschauspieler geht an die 1992 geborene Schweizerin Julia Häusermann für ihre Rolle in «Disabled Theater» von Jérôme Bel. Das teilten die Berliner Festspiele am Pfingstmontag mit.

«Anarchischer Humor»

Die mit Down-Syndrom geborene Julia Häusermann spielt in der Inszenierung «Disabled Theater» vom Theater Hora in Zürich sich selbst. Häusermanns Spiel sei von immenser Kraft und beängstigender Zartheit, urteilte der alleinige Kerr-Preis-Juror, der Schauspieler Thomas Thieme.

«Ganz sie selbst, von anarchischem Humor, stiller Aggressivität und so unendlich traurig.» Erstmals hatte das Festival eine Produktion mit ausschliesslich behinderten Darstellern gezeigt. Am Theater Hora können Menschen mit einer geistigen Behinderung auch eine staatlich anerkannte Schauspielausbildung machen.

Zu Festivalbeginn war bereits der 80-jährige Schauspieler Jürgen Holtz («Motzki») mit dem mit 20'000 Euro dotierten Theaterpreis der Stiftung Preussische Seehandlung geehrt worden. Das Jubiläumstheatertreffen zeigte die zehn «bemerkenswertesten» Inszenierungen der Saison.

fko/sda

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