Grosse Namen fürs Jubiläum

Eindrückliche Zahlen, sichere Werte: Im Theater an der Effingerstrasse wurde der Spielplan 2016/17 vorgestellt.

Eine kleine Erfolgsgeschichte verzeichnet das Theater an der Effingerstrasse: Die aktuelle Saison wird mit einem Zuschauerrekord enden. «Wir rechnen mit einer Besucherzahl von mehr als 35'000», sagte Markus Keller bei der Präsentation der Saison 2016/17.

Auch die weiteren Zahlen sind beachtlich, die Regisseur und Theaterleiter Keller präsentierte, der das Theater 1996 zusammen mit Ernst Gosteli übernommen hat. 199 Produktionen und 4479 Vorstellungen gingen in den letzten 20 Jahren über die Bühne.

Beeindruckend ist auch der Eigenfinanzierungsgrad. Bei einem Budget von 1,6 Millionen Franken und 425'000 Franken Subventionen beträgt er mehr als 50 Prozent. «So sehr uns dies freut – es bedeutet auch, dass wir uns keine Flops leisten können», sagte Tanja Geier Thompson, die administrative Leiterin.

Sichere Werte

Dieser Umstand schlägt sich auf die Risikofreudigkeit nieder; dies dokumentieren denn auch die sieben Produktionen des Jubiläumsspielplans. Gezeigt werden vor allem Stücke, die andernorts bereits mit Erfolg gespielt wurden, wie etwa «Terror – eine Gerichtsverhandlung» von Ferdinand von Schirach, mit dem die Spielzeit bereits Mitte August eröffnet wird.

Sichere Werte sind auch «Bella Figura», das Yasmina Reza letztes Jahr für die Berliner Schaubühne schrieb, Ödön von Horvaths «Zur schönen Aussicht» oder «Geächtet», ein Drama, das dem pakistanisch-amerikanischen Autor Ayad Akhtar den Pulitzerpreis beschert hat.

Mit der Bühnenadaption von Heinrich Bölls Roman «Die verlorene Ehre der Katharina Blum» und «Switzerland – der Fall Patricia Highsmith» von Joanna Murray Smith wird auf weitere prominente Namen gesetzt.

Literarische Neuentdeckung

Der Erfolg der aktuellen Saison ist zu einem grossen Teil auf die Wiederaufnahme von früheren Produktionen zurückzuführen, die besonders gut angekommen sind. Dieses Jahr wird nun Markus Keller Irmgard Keuns «Das kunstseidene Mädchen» neu inszenieren, mit dem das Theater 1996 gestartet ist.

Ein Name ist allerdings kaum bekannt: Paul Ilg, der unter anderem den Roman «Das Menschlein Matthias» (1941) geschrieben hat. Der Literaturhistoriker und «Bund»-Mitarbeiter Charles Linsmayer gibt eine neue kommentierte Fassung des Romans des Ostschweizer Autors über das Schicksal eines unehelichen Buben heraus, das Effinger-Theater bringt einige Episoden auf die Bühne.

Neuland betritt das Theater mit «Passagen», einem multimedialen Rundgang, der Einblick in die Entstehung eines Theaterstücks gibt und vom britischen Regisseur Alan Lane inszeniert wird.

Informationen (ab 30. Juni):
www.dastheater-effingerstrasse.ch

Der Bund

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