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Ein Griff in den deutschen Giftschrank

Die Theatergruppe Rimini-Protokoll hat im symbolträchtigen Weimar ihr Stück «Adolf Hitler: Mein Kampf, Band 1 & 2» uraufgeführt.

Routiniert wie alles, was Rimini-Protokoll seit Jahren macht: Hitlerabend am diesjährigen Kunstfest in Weimar. Foto: Candy Welz
Routiniert wie alles, was Rimini-Protokoll seit Jahren macht: Hitlerabend am diesjährigen Kunstfest in Weimar. Foto: Candy Welz

Sie liegen in Tel Aviv am Strand. Die Sonne scheint, das Meer ist blau, und der Mann vom Handtuch nebenan baggert Sie an. Er habe Ihren deutschen Akzent gehört, sagt er, und ob Sie ihm mal was vorlesen könnten? Er reicht Ihnen lächelnd ein Buch rüber, es ist «Mein Kampf».

Alon Kraus liebt solche fiesen Tests. Bei Familienfeiern steht er schon mal auf und singt die erste Strophe der deutschen Nationalhymne. Das kommt vermutlich nicht gut an in Israel. In Deutschland allerdings auch nicht. Der Israeli Kraus ist einer der beiden Provokateure in der Weimarer Uraufführung «Adolf Hitler: Mein Kampf, Band 1 & 2», diesem Stück von Rimini-Protokoll (Konzept, Regie, Text: Helgard Haug und Daniel Wetzel), das quasi direkt aus dem Giftschrank kommt. Der zweite Provokateur ist der Deutsch-Türke Volkan T Error. Der gibt den bösen Jungen und prahlt damit, dass er mal mit Deso Dogg gerappt hat, einem Salafisten, der seit 2012 mit Haftbefehl gesucht wird, weil er zum bewaffneten Jihad aufgerufen hat.

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