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Es fürchten die Götter das Regiegeschäft

Joachim Schloemer bringt Goethes «Iphigenie auf Tauris» als Gemischtwarenladen ins Neumarkt.

Grosses Pathosregister: Sabine Waibel als Titelheldin in «Iphigenie auf Tauris».Foto: Caspar Urban Weber
Grosses Pathosregister: Sabine Waibel als Titelheldin in «Iphigenie auf Tauris».Foto: Caspar Urban Weber

Schnodderchic und Kriegsschauer; Herzenshecheln, Pennälerhumor und Motown-Girls-Geträller: Die «Iphigenie auf Tauris», die der deutsche Tänzer, Choreograf und Regisseur Joachim Schloemer im Theater Neumarkt zur Premiere gebracht hat, hat das im Angebot. Und damit alles, was es braucht, um aus Goethes klassischem Versdrama (1787) ein 100-minütiges schulklassentaugliches und anschlussfähiges Thea­ter­event zu machen. Schloemer hat seinen Goethe genau gelesen, zumindest jene Stelle im «Faust», wo der Theater­direktor ein Gemischtwarenladen-Credo spricht: «Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen; / Und jeder geht zufrieden aus dem Haus.» Mag das Wort «zufrieden» im Fall von Schloemers Multi­options-«Iphigenie» klar zu hoch gegriffen sein – total unzufrieden war man nicht.

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