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Es dauert, aber dann geschieht es

Zum Schluss des Festivals Auawirleben richtet der Theatermessias Alvis Hermanis seine «Schwarze Milch» an: Er verwandelt fünf Schauspielerinnen in Kühe. Das ist politisch nicht korrekt. Anatomisch aber schon.

eine eigene Wirklichkeit zwischen Milchfett und Milchstrasse: Bauer, Kuh und Bäuerin.
eine eigene Wirklichkeit zwischen Milchfett und Milchstrasse: Bauer, Kuh und Bäuerin.
Gints Malderis/zvg

Später wird es noch ein Publikumsgespräch geben, und da wird er einen sarkastischen Moment haben und sagen: Was im Theater immer bestens funktioniere, seien Frauen mit hohen Absätzen und grossen Brüsten. «Kann ich jedem Regisseur empfehlen.» Das Publikumsgespräch wird spektakulär scheitern, weil darauf eine Zuschauerin die Frage riskiert, ob es in Ordnung sei, Frauen so auf die Bühne zu stellen, sexualisiert und enthirnt, wie Vieh eben. Alvis Hermanis wird zickig werden und alle weiteren Auskünfte über seine Arbeitsweise verweigern; eine entsetzlich unsouveräne Moderatorin wird dem Publikum erklären, worüber es an einem Publikumsgespräch zu sprechen hat und worüber nicht – letzte Frage bitte. Aber aus den hinteren Reihen, mit jenem Abstand zum Geschehen, den man als Theaterbesucher ohnehin hat, ist das alles doch ziemlich unterhaltsam.

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