Er hat das Theater Kanton Zürich geprägt

Reinhart Spörri, der Gründer der traditionsreichen Wanderbühne, ist 89-jährig gestorben.

Das Theater Kanton Zürich wurde von 1971 bis 1995 von Reinhart Spörri geleitet. Foto: PD

Das Theater Kanton Zürich wurde von 1971 bis 1995 von Reinhart Spörri geleitet. Foto: PD

Alexandra Kedves@tagesanzeiger

Als Reinhart Spörri im Sommer 1995 altershalber die Leitung des Theaters Kanton Zürich (TZ) abgeben musste, war klar: Der Mann, der die Bühne 1971 gegründet hatte, würde seine Leidenschaft weiterhin für die hiesige Theaterlandschaft fruchtbar machen. Schon in der nächsten Spielzeit inszenierte er wieder am TZ, zum 25-Jahr-Jubiläum der in Winterthur domizilierten Wanderbühne: ein Molière-Drama in Mundartfassung, die er, wie so oft, selbst erstellt hatte. Und Spörri wirkte als freier Regisseur vielerorts weiter, nicht nur an dem Theater, an dem er 80 Inszenierungen besorgt hatte – und das bis heute besteht und vor allem im Kanton Zürich, aber auch von Aarau über Bellinzona bis Zug unterwegs ist.

1930 in Oerlikon geboren, gab der promovierte Germanist 1954 mit einem Molière in Darmstadt sein Regiedebüt. Er inszenierte an zahlreichen schweizerischen Häusern von Chur über Basel bis zum Schauspielhaus Zürich und Neumarkt-Theater: Uraufführungen, alte und moderne Klassiker, immer wieder auch Molière. Von 1961 bis 1968 Hausregisseur am Düsseldorfer Schauspielhaus, zeichnete Spörri dort etwa für die deutsche Erstaufführung von Max Frischs «Andorra» verantwortlich.

1983 wurde der Theatermann und Ausbildner mit dem Hans-Reinhart-Ring geehrt, der höchsten Auszeichnung für Theaterschaffende in der Schweiz. Am 13. Dezember ist Reinhart Spörri im Alter von 89 Jahren gestorben.

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