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Ein allerletzter Auftritt für die Transen

Transvestiten und Transsexuelle im Alter: Alain Platel und Frank Van Laecke überraschen am Zürcher Theater Spektakel mit einer melancholischen Revue.

Einen so kühl-beiläufigen «Bolero» hat man in der Tanzgeschichte kaum je gesehen. Statt stampfender, wogender Körpermassen sieht man neun Menschen elegant über die Bühne flanieren. Posten, ein paar Schritte, ein kleiner Schlenker mit dem Arm. Es ist ein Catwalk der eher ruhigen Art – aber keinesfalls leidenschaftslos: Im Hintergrund drängeln sie sich um den Schminktisch, stürzen sich mit Begeisterung in Glitzerfummel und gehen ungeduldig auch mal halbnackt los.

Sie nennen sich Juanita de Buenos Aires, Shirley Nightingale oder die Auslaufmaus. Sie sind eine Dame, sieben ältere Herren – zum Teil inzwischen ebenfalls Damen – und ein junger Tänzer. Zusammengekommen sind sie auf Initiative der Transsexuellen Vanessa van Durme. Sie überzeugte die Regisseure Frank Van Laecke und Alain Platel, mit ihr und ihren Freunden einen Abend über das Transvestitenmilieu zu kreieren. Platel kennt man heute vor allem für seine überwältigenden Tanzstücke zu Barockmusik. Einen Namen gemacht hat er sich einst aber mit erfrischend direktem Laientheater.

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