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Die schönste deutsche Frau starb elend

Gefeiert auf der Bühne, gestorben im Gulag. Berlin erinnert an das tragische Schicksal von Carola Neher, die Schauspiel-Ikone schlechthin am Ende der Weimarer Republik.

Da ist sie. Die junge Frau von 1930. Frech ist sie, fesch ist sie, von leicht angerautem, natürlichem Charme und ungeheuer grossstadtkompatibel. Der grosse Porträtist der Neuen Sachlichkeit, Rudolf Schlichter, hat sie in Dreiviertelansicht gemalt, mit kniefreiem Rock, den sinnlichen Mund halbgeöffnet, das Haar verwuschelt. Zum praktischen kleinen Schwarzen trägt sie am Finger einen Turmalinring, um den Hals eine lange Korallenkette und ein rotes Tuch mit weissen Punkten.

Das Rot ist auch politisch zu verstehen. Denn Carola Neher, diese Ikone der deutschen Schauspielkunst am Ende der Weimarer Republik, ist, man weiss das damals, kommunistische Avantgarde.

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