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Der Schmalspur-Faust

Ein nicht ganz uncharmanter bedröhnter Heinrich hampelt sich in Claudia Bauers «Faust»-Inszenierung am Berner Stadttheater durch seine Halluzinationen und bleibt im Mief der Achtzigerjahre stecken.

Mehr Taugenichts als Grübler: Christoph Kerepeski als 80s-Faust.
Mehr Taugenichts als Grübler: Christoph Kerepeski als 80s-Faust.
Annette Boutellier

Statt einer weissen Maus sieht er einen schwarzen Pudel. Was nicht weniger verstörend ist in jenem Zustand, in dem sich Faust befindet. Dass ihm das Getier später auf die Bude steigt, ist ihm allerdings ganz recht, rotiert er doch in seiner schmuddeligen Absteige zwischen Bett und Schreibmaschine wie ein Hamster in seinem Laufrad. Nur der Abstecher zur Weinflasche lässt den Rastlosen noch verschnaufen. Und man mag ihn sofort, diesen zerknitterten Faust (Christoph Kerepeski), der sich im Leiden an sich und der Welt offensichtlich arrangiert hat, wie das grossformatig projizierte Video vorführt. An eine Laterna magica erinnert das imposante drehbare Halbrund, das als Leinwand dient und die Bühne des Stadttheaters dominiert (Bühne Patricia Talacko).

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