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Der Regisseur, das grosse Kind

Werbe- und Videoclips, grosse Opern und Kostümfilme – und jetzt ein «Frankenstein» am Theater Basel: Der umtriebige deutsche Regisseur Philipp Stölzl fordert den Kunstgeschmack heraus.

Das Beste an Philipp Stölzls «Frankenstein»: Das schaurig-schöne Monster. Foto: PD
Das Beste an Philipp Stölzls «Frankenstein»: Das schaurig-schöne Monster. Foto: PD

Philipp Stölzl hat eine volle Agenda und ist gerade zum dritten Mal Vater geworden, doch der 47-jährige Opern- und Filmregisseur macht keinen getriebenen oder gar gehetzten Eindruck. Um seine vielen Talente macht der Deutsche kein grosses Aufheben: Lauter nette Hobbys, fröhliches «Rumgefummel», schöner Kinderkram; Opernregie sei sowieso «Sekundärkunst». Dabei ist seine künstlerische Biografie imposant. In den 90ern begann er Musikvideos für Mick Jagger, Madonna und Rammstein zu drehen (die Leni-Riefenstahl-Zitate im Rammstein-Clip «Du hast» trugen ihm den Vorwurf einer faschistischen Ästhetik ein, das Madonna-Video die Schlagzeile «Madonna wollte nur ihn»). Dazu Kurzfilme und Werbespots für Sony, Nokia, BMW. Als ihm die kurze Form nicht mehr genügte, erweiterte ­ er sein Repertoire um abendfüllende Filme, die er «Kommerzkino» und «Kos­tümschinken» nennt: «Nordwand», ein Bergfilm in der Tradition Luis Trenkers, ein poppiger «Goethe!», zuletzt der ­Kassenhit «Der Medicus».

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