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Bei den sabbernden Millionären

Als Marilyn Monroe «I Wanna Be Loved by You» hauchte: Die Thuner Seespiele zeigen das Musical «Sugar – Manche mögen’s heiss» in rundum feuchter Stimmung als muntere Slapstick-Revue.

Brigitta Niederhauser
Regen funktioniert nicht nur an Open Airs als Geschmacksverstärker: Auch Freilichttheatern bekommt er manchmal ganz gut, wie die Premiere von «Sugar – Manche mögen's heiss» der Thuner Seespiele zeigte – obwohl sie vor dem Finale abgebrochen wurde.
Regen funktioniert nicht nur an Open Airs als Geschmacksverstärker: Auch Freilichttheatern bekommt er manchmal ganz gut, wie die Premiere von «Sugar – Manche mögen's heiss» der Thuner Seespiele zeigte – obwohl sie vor dem Finale abgebrochen wurde.
zvg
Entscheidend aufgeheizt wird aber die rundum feuchte Stimmung von den Hauptfiguren.
Entscheidend aufgeheizt wird aber die rundum feuchte Stimmung von den Hauptfiguren.
Lukas Lehmann, Keystone
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Da tropfen sie also, diese tapferen aufrechten Gestalten und bewegen sich im grossen Nass so selbstverständlich, als seien sie alle direkt dem Thunersee entstiegen und würden nach der Vorstellung ebenso selbstverständlich wieder in dessen Tiefen verschwinden. Aufgetaucht für hundert Minuten, um ein Märchen vorzuführen, so wundersam und fantastisch, wie es sich nur die ganz Grossen in Hollywood ausdenken können. Das Showtrüppchen singt sich furchtlos durch die kalte Nacht und schert sich in den Tanzeinlagen so wenig um die grossen Wasserlachen auf der Bühne wie um das Risiko von Hals- und Beinbruch – was perfekt zur überdrehten Ausgelassenheit passt, mit der sich in der Zeit der Grossen Depression in Amerika nicht wenige Künstler des Showbiz das Elend vom Leib zu halten versuchten. Gleichzeitig wird mit den risikoreichen Einsätzen ein doch ziemlich konventionell gehaltenes Musical aufgehübscht.

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