Barbara Frey soll Theater Basel übernehmen

Die Intendantin des Zürcher Schauspielhauses wird Nachfolgerin von Andreas Beck. Das sagen gut unterrichtete Kreise.

Eine mehrfache Heimkehr: Barbara Frey, eine gebürtige Baslerin, soll das grösste Dreispartenhaus der Schweiz übernehmen. Bild: Walter Bieri/Keystone

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In gut unterrichteten Kreisen verdichten sich in jüngster Zeit die Zeichen, dass Barbara Frey auf Spielzeit 2020/21 die Intendanz des Theaters Basel übernehmen wird. Nach zehn Jahren als Intendantin am Zürcher Schauspielhaus würde Frey damit als zweites Theater in ihrer Karriere das grösste Dreispartenhaus der Schweiz übernehmen. Zugleich könnte sie in die erfolgreichen Fussstapfen von Andreas Beck treten, der die Schauspielsparte in Basel während seiner Ägide entscheidend aufwerten konnte.

Für Barbara Frey wäre die Intendanz des Theaters Basel eine Heimkehr in mehrfacher Hinsicht: Am Theater Basel machte die gebürtige Baslerin als Musikerin und Regieassistentin sowie mit eigenen Arbeiten während der Intendanz von Frank Baumbauer (1988 bis 1993) erste Theatererfahrungen. Während der Intendanz von Michael Schindhelm entstanden in Basel zudem erste grössere Theaterinszenierungen von Frey in der Schweiz, darunter die hiesige Erstaufführung von Yasmina Rezas «Drei Mal Leben» (2002) sowie Kleists «Amphitryon» (2003). Beide Inszenierungen zählen bis heute zu Freys gelungensten Regiearbeiten.

Kommission spricht für Frey

Gemäss Informationen, die dieser Zeitung vorliegen, ist die Suche nach der Nachfolge von Andreas Beck so weit fortgeschritten, dass man bereits am Ausarbeiten des Vertrages ist. Es sei das Ziel, die neue Intendantin noch «vor der Sommerpause» zu wählen, also noch vor dem 24. Juni. Das teilt der Verwaltungsrat des Theaters Basel mit, der die neue Intendantin wählen kann – vorbehaltlich einer Bestätigung durch den Regierungsrat.

Für Barbara Frey als Intendantin eines Mehrspartenhauses mit Schauspiel und Oper spricht, dass sie eine grosse Affinität fürs Musikalische hat: Neben mehreren musiktheatralischen Projekten mit Fritz Hauser («Trommel mit Mann» sowie das wortlose «Nachtstück» am Schauspielhaus Zürich) war Frey für zwei grosse Operninszenierungen verantwortlich: für Janaceks «Jenufa» (2009) an der Bayerischen Staatsoper in München sowie für die «Elektra» an der Sächsischen Staatsoper in Dresden (2014).

Für Barbara Frey spricht nicht zuletzt die Zusammensetzung der Findungskommission, da sich unter den drei Theaterexperten gleich zwei ihrer früheren Wegbegleiter befinden: Stefanie Carp, die an Freys Zürcher Schauspielhaus als Gast die Dramaturgie für Karin Henkels «Die zehn Gebote» (2015) übernahm, sowie der Kölner Intendant Stefan Bachmann, der die Regisseurin 2002 während seiner Zeit als Schauspielchef ans Theater Basel zurückgeholt hatte und während Freys Zürcher Intendanz im Schiffbau die «Genesis» sowie am Pfauen Gottfried Kellers «Martin Salander» und Martin Suters Musical «Geri» inszenierte.

Barbara Frey war nicht die einzige Kandidatin fürs Theater Basel: Der Konstanzer Intendant Christoph Nix entwarf in der NZZ in einem Artikel einen Masterplan fürs Basler Theater, scheint damit aber beim Verwaltungsrat nicht durchgedrungen zu sein. Barbara Frey selbst hält sich bedeckt, was ihre Wahl nach Basel anbelangt. Die Regisseurin «äussert sich nicht zu ihrer beruflichen Zukunft», lässt ihre Pressesprecherin mitteilen.

(DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 15.05.2018, 11:52 Uhr

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