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Stillleben mit Bier

Die kuriosen Barden der Düsseldorf Düsterboys machen in Düdingen Halt. (Mi, 22. Januar)

Fotografinnen im Fokus, ein entspanntes Comeback und ein kurioses Debüt: Das ist die aktuelle «Berner Woche».
Fotografinnen im Fokus, ein entspanntes Comeback und ein kurioses Debüt: Das ist die aktuelle «Berner Woche».
Harriet Meyer

Im Schein der trägen Discokugel tanzt niemand. Jemand bestellt noch ein Bier und sagt: «Es geht mir gut, so gut / nur ab und zu geht es mir nicht so gut». Die Düsseldorf Düsterboys malen auf ihrem ersten Album «Nenn mich Musik» ein Stillleben ihrer vertrautesten Welten: Kneipe, Tanke, Kleinstadt-Wohnung.

Hang zur Barden-Lyrik

Es ist das neue Projekt von Peter Rubel und Pedro Goncalves Crescenti. Die Freunde kommen aber nicht aus Düsseldorf, sondern aus Mainz. Da sie es nicht lang ohne einander aushielten, studieren beide in Essen (Rubel Komposition, Crescenti Germanistik). Mit einem Schlagzeuger gründeten sie 2015 die Krautrockband International Music. Bei den Düsterboys nun tritt ihr Hang zu Barden-Lyrik stärker hervor.

Die Gitarre frönt dem nächtlich gezupften Pathos. Hatte Klaus Johann Grobe noch «Discogedanken», sind es hier nun «Alkoholgedanken». Die Musik des Quartetts mit Klavier und Schlagzeug, gelegentlich auch Orgel und Flöte, fokussiert ganz auf das kurlige Gesangsduett Rubel-Crescenti. Es trieft vor Lethargie und Ironie. Und nicht einmal für Schalke 04 werden sie laut.

«Nenn mich Musik» enthält viele kühne Reime, etwa gleich am Anfang: «Oh Mama halt mich aus / halt mich aus dem Trouble raus». Manches wirkt gar banal («Ich hol den Kaffee aus der Küche / Ich hol die Kippen aus dem Schrank»... und so fort). Herzstück ist das Liebeslied «Teneriffa», benannt nach dem Sehnsuchtsort deutscher Pensionäre. Da fährt plötzlich ein Leichenwagen auf die Insel. Die Düsterboys klatschen einem gerne kaltes Wasser ins bierschwere Gesicht. Ab und zu.

Bad Bonn Düdingen, Mittwoch, 22. Januar, 21 Uhr

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