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Sie fuhren nackt Ski und tranken Sojamilch

Birchermüesli und Selbstoptimierung im Bernischen Historischen Museum: Eine Ausstellung stellt die Lebensreform-Bewegung vor.

Kräutersalz, Kaffee ohne Koffein, «Yogi»-Tee: Um 1900 öffneten in der Schweiz die ersten Reformläden.
Kräutersalz, Kaffee ohne Koffein, «Yogi»-Tee: Um 1900 öffneten in der Schweiz die ersten Reformläden.
Christine Moor/Bernisches Historisches Museum

Ein sonnengebräunter Mann von gut 30 Jahren und vier Jugendliche springen nackt ins glasklare, kalte Wasser eines Brunnens in den Bergen. «Ein Augenblick lautloser Stille – dann jubeln sie alle auf, und die Augen werden voller Morgenleuchten.»

Der Badende, der das Erlebnis so poetisch festhielt, heisst Werner Zimmermann (1893–1982). Er liess sich nach seiner Ausbildung am Berner Lehrerseminar nur wenige Jahre im Klassenzimmer blicken. Vielmehr galt sein Interesse dem Schreiben, Reisen und Referieren. Er beschäftigte sich unter anderem mit Reformpädagogik, Psychoanalyse, jugendlichen Wandervereinen, asiatischen Religionen, alternativen Wirtschaftslehren und der Freikörperkultur (FKK). Mit seinem Ratgeberbuch «Lichtwärts» von 1922, das bis 1964 immer wieder neu aufgelegt wurde, zählte Zimmermann bald zu den Schweizer Pionieren der Lebensreform-Bewegung. Ihre Anhänger strebten das Ideal eines «neuen Menschen» an. Die Hoffnung: Wenn jede und jeder ein möglichst gesundes, fittes, naturnahes Leben führt, sollte die Gesellschaft als Ganzes verbessert werden.

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