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Revolution und Kunst in zwei Berner Häusern

Das Zentrum Paul Klee und das Berner Kunstmuseum widmen sich 2017 der russischen Revolution. Sie wollen damit an den Erfolg der ersten gemeinsamen Ausstellung anknüpfen.

Das Berner Kunstmuseum und das Zentrum Paul Klee widmen nächstes Jahr eine Ausstellung der russischen Revolution.
Das Berner Kunstmuseum und das Zentrum Paul Klee widmen nächstes Jahr eine Ausstellung der russischen Revolution.
Adrian Moser (Archiv)

Ein Hauch von Revolution weht nächstes Jahr durch das Zentrum Paul Klee und das Kunstmuseum Bern: Die beiden Häuser beleuchten die russische Revolution von 1917 aus künstlerischer Sicht.

Ausstellungen zum 100. Jahrestag der Oktober-Revolution gibt es auch anderswo in Europa. Aber nur in Bern beschäftige man sich sowohl mit dem künstlerischen Ausgangspunkt als auch mit den Auswirkungen der Revolution auf die Kunst, betonten die Verantwortlichen am Montag an der Jahresmedienkonferenz in Bern.

Das Zentrum Paul Klee (ZPK) geht dem revolutionären bildnerischen Geist des russischen Suprematismus und Konstruktivismus nach. Den Medien wurde am Montag als «Appetithäppchen» ein Werk von Kasimir Malewitsch präsentiert, dem Erschaffer des Schwarzen Quadrats auf weissem Grund.

Die russische Avantgarde inspirierte künstlerische Bewegungen und Positionen des 20. und 21. Jahrhunderts. Ihr komme das Verdienst der revolutionären Kunst auch heute noch mit Recht zu, stellte Nina Zimmer fest, die neue Direktorin beider Häuser.

Das Kunstmuseum zeigt, wie sich nach Malewitschs Schwarzem Quadrat - dem «Nullpunkt der Abstraktion» - in Russland ein realistischer Malstil durchsetzte. Das Haus folgt den Spuren dieses «Sozialistischen Realismus» und beobachtet dessen Wandlungen und Verwerfungen bis in die Gegenwart.

120'000 Besucher in «Chinese Whispers»

«Die Revolution ist tot. Es lebe die Revolution» heisst die Schau, die von April bis Juli in ZPK und Kunstmuseum zu sehen ist. Die beiden Häuser wollen damit an den Erfolg ihrer ersten gemeinsamen Ausstellung anknüpfen. 120'000 Kunstinteressierte sahen sich dieses Jahr die «Chinese Whispers» mit Werken der Sammlung Uli Sigg an.

Eine gemeinsame Leitung haben das Zentrum Paul Klee und das Kunstmuseum seit Anfang März 2016. Die Zusammenführung sei ein Erfolg, betonte Jürg Bucher, Präsident der gemeinsamen Dachstiftung. «Die Prozesse wurden gestrafft, Synergien damit gewonnen.»

Genaue Zahlen werden erst im Frühling bekannt gegeben. Die Dachstiftung ging bislang von einem Synergiepotenzial von etwa einer Million Franken aus.

US-Künstler im ZPK ...

Zu den Höhepunkten des kommenden Jahres zählt Direktorin Zimmer auch die Ausstellung «10 American Artists: After Paul Klee». Sie zeigt ab September Klees Einfluss auf US-Künstler des 20. Jahrhunderts wie Jackson Pollock, Robert Motherwell und Mark Tobey.

Schon Anfang 2017 beschäftigt sich das ZPK mit Paul Klee als Dichter und Denker. Das Haus verspricht neue Perspektiven auf den Maler, der neben vielem anderen auch Philosoph, Wortakrobat und Poet war.

... Sammlung Hahnloser im Kunstmuseum

Das Kunstmuseum präsentiert seinerseits erstmals Werke aus der Sammlung Hahnloser, die sich ja neuerdings als Dauerleihgabe in Bern befinden. «Die Sehnsucht lässt alle Dinge blühen» heisst die ab August laufende Schau mit Werken von Van Gogh bis Cézanne und Bonnard bis Matisse.

Kein Thema war an der Jahresmedienkonferenz die Sammlung Gurlitt. Der deutsche Kunstsammler hat sein Erbe bekanntlich dem Kunstmuseum Bern vermacht. Dagegen wehrt sich Gurlitts Cousine. Der Entscheid des Oberlandesgerichts München in dem Rechtsstreit wird seit Wochen erwartet.

SDA/nj

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