«Wir fahren ohne Leitplanke»

Christian Häni hat mit seiner Band Halunke eine neues Album veröffentlicht. Der Musiker schreibt aber auch Songs für andere Künstler wie Baschi oder Trauffer.

Wenn er Lieder für andere Künstler schreibt, gebe es klare Leitblanken, sagt Christian Häni. Bei Halunke sei das anders, da versuche er ganz allein auf seinen Bauch zu hören.<p class='credit'>(Bild: zvg)</p>

Wenn er Lieder für andere Künstler schreibt, gebe es klare Leitblanken, sagt Christian Häni. Bei Halunke sei das anders, da versuche er ganz allein auf seinen Bauch zu hören.

(Bild: zvg)

Xymna Engel

«Ds Läbe isch e Ponyhof / Aber mängisch tuet dis Pony doof» singen Sie im Titelstück des neuen Mini-Albums Ihrer Band Halunke. Im Promopaket gabs ausserdem Seifenblasen und einen rosa Luftballon mit Pony drauf. Kann es sein, dass wir es hier mit dem fröhlichsten Musiker der Schweiz zu tun haben?
Zum Musikmachen gehören auch die Zweifel, aber meine Grundstimmung ist schon sehr positiv. Es ist ein grosses Privileg, auf so einem kleinen Markt wie der Schweiz als Musiker überleben zu können.

Halunke war als Vorband von Trauffer unterwegs, musikalisch schlagen Sie aber urbanere Töne an. Sie stecken also quasi mittendrin im Stadt-Land-Graben. Was gibt es von dort zu berichten?
Ich bin in der Stadt sowie auf dem Land aufgewachsen und fühle mich in beiden Welten zu Hause. In der Stadt herrscht manchmal dieser Zwang zur Coolness, das Land wird oft mit Plumpheit assoziiert. Ich denke, beide Seiten können etwas voneinander lernen. Halunke soll weder eine Hipster-Band sein, noch wollen wir primär ein ländliches Publikum erreichen. Ich mache einfach das, was ich fühle, denn darum geht es beim Musikmachen: dass man authentisch ist.

Nun schreiben Sie aber nicht nur Songs für Halunke, sondern auch für andere Künstler wie eben Trauffer oder Baschi. Wie gehen Sie das an?
Wenn ich für andere Musiker Songs schreibe, gibt es ein klares Profil, an das ich mich halte. Baschi ist eher der Stadt- und Partytyp, ein bisschen frech. Trauffer steht für das Währschafte und «suberi Büez». Es ist ein bisschen, wie wenn man auf die Autobahn fährt. Es geht vorwärts, aber man hat immer noch klare Leitplanken. Bei Halunke fahren wir ganz ohne Leitplanke, da versuche ich ganz allein auf meinen Bauch zu hören.

Neben Ihren eigenen Projekten amten Sie auch als Produzent. Wer klopft bei Ihnen an die Türe?
Das sind ganz unterschiedliche Leute, von Bekannten wie Baschi bis zum Luzerner Newcomer. Ich mache aber auch oft Aufträge für Werbebuden oder Radio-Jingles.

Hat es auch etwas mit dem einfacheren Zugang zur Produktionstechnik zu tun, dass der Mundartrock in den letzten Jahren wieder mehr Aufwind bekommen hat?
Die Technologie hat sicher viele Türen geöffnet. Ich denke aber, es hat viel mehr mit der Akzeptanz beim Publikum zu tun. Innovative Künstler haben in den letzten Jahren den Zauber wiederentdeckt vom Wort, das man versteht.

Halunke feiert schon bald das 10-jährige Bestehen. Wie hat sich Ihre Fangemeinde in den letzten Jahren gewandelt?
Wir haben auch jetzt noch das Gefühl, dass wir relativ frisch unterwegs sind. Aber wir haben in den letzten Jahren schon gemerkt, dass wir vor allem Leute in unserem Alter ansprechen, also von 30 aufwärts. Und die nehmen oft ihre Kinder oder Enkel mit. Auf jeden Fall ist es ein super Publikum, eine Generation, die am Konzert nicht immer mit dem Handy rumfuchteln muss. Und es ist erstaunlich, wie die abgehen. Da können die Jungen noch was lernen.

Der Bund

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