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Soulsänger Dennis Edwards ist gestorben

Dennis Edwards ist einen Tag vor seinem 75. Geburtstag gestorben. Der Gipfel seiner Popularität erreichte er in den 1970er-Jahren.

Dennis Edwards während eines Auftritts mit den Temptations 1968. Foto: Alamy
Dennis Edwards während eines Auftritts mit den Temptations 1968. Foto: Alamy

Der Papa, dank dem Dennis Edwards für alle Zeiten berühmt sein wird, starb am 3. September. Und dieser Papa war ein «rollin’ stone», ein sich herumtreibender Alki, der nie auch nur einen Tag gearbeitet hat. All das muss er in «Papa Was a Rollin’ Stone» von seiner Mutter erfahren, die er quälend befragt, während die Musik fiebrig pulsiert und seine Sängerkollegen von den Temptations nur Staffage stehen. Dank seiner rauen Stimme war es Edwards’ Rolle in der Band, das Drastische zu erzählen. Oder, wie es in einem Artikel über den Soulsänger so treffend heisst: Er war jener, der die «Stille attackierte».

«Papa Was a Rollin' Stone» von The Temptations. Video: Youtube/Idzou

Als Edwards, der 1943 als Sohn eines Pfarrers in Birmingham, Alabama, geboren wurde, nach dem Rauswurf des bisherigen Leadsängers David Ruffin zur Band stiess, waren die Temptations bereits bekannt wegen «My Girl», ihrem grössten Hit überhaupt. Doch mit Dennis Edwards als Neumitglied änderte sich ab 1968 auch der Sound: Dieser wurde gleichzeitig psychedelischer und härter – und die Texte sozial engagierter, realistischer und rebellischer. Man hört diese Wende in «Cloud Nine», dem ersten Grosserfolg mit Edwards, in dem er singt, dass nur Drogen aus dem Elend heraushelfen können. Oder in «Ball of Confusion (That’s What the World Is Today)», einer Art Proto-Rap, der auf alles Süsse und Geschmeidige verzichtet, das den Soul aus der Motown-Fabrik gemeinhin auszeichnet.

1977 musste Dennis Edwards die Temptations verlassen, es gab immer mal wieder Wiedervereinigungen, Gerichtsprozesse und 1989 auch die Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame. Und aber auch den Schlafzimmerklassiker «Don’t Look Any Further», dessen Basslinie in zahllosen Hip-Hop-Tracks zu hören ist und 1984 zu Dennis Edwards’ einzigem Soloerfolg wurde. Am vergangenen Freitag ist der Musiker, zwei Tage vor seinem 75. Geburtstag, in Chicago gestorben.

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