Die besten Songs 2017 – Teil I

Welche Lieder könnten das Pop-Jahr 2017 überdauern? Wir haben weltweit nach aufregender, aufwühlender oder ganz einfach bloss wunderschöner Musik gefahndet.

Tochter eines Literatur-Nobelpreisträgers: Juniore.

Tochter eines Literatur-Nobelpreisträgers: Juniore.

(Bild: zvg)

Ane Hebeisen

Das Spektrum der DerBund.ch/Newsnet-Best-of-Liste 2017 reicht von südafrikanischem Gqom über ecuadorianischen Avantgarde-Pop und französischer 80s-Schmacht­musik bis zum portugiesischen Soul oder dem guten alten schwedischen Brunst-Rock.


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Warhaus – «Love is a Stranger»

Auf die Gefahr hin, der Fantasielosigkeit bezichtigt zu werden: Auch dieses Jahr thront ein Lied der belgischen Gruppe Warhaus auf dem ersten Rang der «Bund»-Jahres-Bestenliste. «Love’s a Stranger» ist wunderbar süffiger und doch leicht abgetakelter Pop Noir für den Light-Zigaretten-Raucher.


Mark Lanegan – «Emperor»

Der Mann mit der Grabesstimme ist zurück: Mark Lanegan, der einstige Sänger von Screaming Trees und Aushilfsvokalist bei Queens of the Stone Age, hat mit «Emperor» endlich einen wahrhaftigen Hit geschrieben. Blöd nur, dass der in einem Jahr veröffentlicht wurde, in dem die Rockmusik kaum mehr Beachtung unter den Hipstern und Influencern findet. Egal. Wir ehren und preisen ihn dafür umso doller.


Marta Ren & The Groovelvets – «Smiling Faces»

Portugal stellt nicht nur den amtierenden Eurovision-Song-Contest-Gewinner, sondern auch die Urheberin des hartnäckigsten Soul-Ohrwurms des Jahres. Dieses Lied ist mit seinen geschmeidigen Bläsersätzen, den locker dahingetupften Melodieführungen und der hübschesten Liebeserklärung ein wahrer musikalischer Glücksbringer.


Hanni El Kahtib – «Paralyzed»

Der Kalifornier mit palästinensischem und philippinischem Stammbaum hat das Kunststück vollbracht, mit «Paralyzed» die Indie-Szene für eine knackige und von allem Glitzerschund entrümpelte Form der Discomusik zu begeistern.


Nev Cottee – «When The Night Comes»

Der Herr mit der Tieftonstimme stammt aus Manchester und ist in diesem Jahr mit einem Album vorstellig geworden, das jeden bezirzen wird, dem Nick Cave gerade ein bisschen zu emotional und Lee Hazelwood zu verstaubt ist. Das dürften nicht wenige sein, man müsste sie nur darauf hinweisen. Die Streaming-Zahlen des Nev Cottee wollen bisher jedenfalls noch nicht so recht mit der Klasse dieses Mannes korrespondieren.


Getter ft. Ghostemane – «Bury Me»

Neben all dem Autotune-Schund hat es im Jahr 2017 auch ziemlich grelle Hip-Hop-Lichtblicke gegeben. «Bury Me» ist ein beinahe zur Abstraktheit zurechtprogrammierter Track irgendwo zwischen Trap, Dubstep und Avantgarde. So sollte Sprechgesangsmusik im Jahr 2017 klingen.


J. Bernardt – «Wicked Streets»

Das Schöne daran, dass die belgische Gruppe Balthazar gerade ruht, sind die Soloprojekte, die in dieser Lücke entstehen. J. Bernardt ist neben Maarten Devoldere von Warhaus das zweite Mitglied der Band, das dieses Jahr ein Solo-Album vorlegt. Es ist ein wenig souliger geartet als jenes von Warhaus, doch es ist beseelt von derselben wundersamen Ghenter Schlurfigkeit.


Juniore – «Panique»

Die Frau, die hier ein frankofones Retro-Donnerwetter anzettelt, ist die Tochter des Literatur-Nobelpreisträgers Le Clézio. Ihre Musik klingt wie die Lieblingstonspur sämtlicher Pariser Vintage-Shop-Betreiberinnen.


Ghostpoet – «Immigrant Boogie»

Der Star der Gruppe Ghostpoet, die schon zweimal für den britischen Mercury-Preis nominiert worden ist, ist Sänger Obaro Ejimiwe. Der Mann ist mit einer dunklen Soulstimme gesegnet, die Töne ruckelt er sich mit einem hübschen Vibrato zurecht und frönt einem ebenso spannungsgeladenen wie mulmigen Sprechgesang.

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DerBund.ch/Newsnet

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