Schunkeln und Schaudern

Vom Wohlfühl-Pop bis zum grimmigen Industrial: Im Amphitheater in Avenches kommt der Rock aus allen Ecken.

Der Auftritt von Joe Cocker hat 2006 ein grosses Publikum gelockt.

Der Auftritt von Joe Cocker hat 2006 ein grosses Publikum gelockt. Bild: rts (Archiv)

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Wer für das Festival Rock Oz’Arènes nach Avenches fährt, wählt sich seinen Konzerttermin meistens mit Bedacht aus. Denn was im dortigen Amphitheater Jahr für Jahr musikalisch dargeboten wird, reicht vom flockigen Wohlfühl-Chanson bis zum bleiernen Metal, vom Schlafzimmer-Indierock bis zum Radiopop. So weitläufig die antike Arena, so elastisch der Rockbegriff des waadtländischen Festivals.

Wer die Gitarren zum Beispiel verstärkt und krachend mag, ist am Donnerstag bestens aufgehoben. Wenn nicht der grimmige New-Wave-Rock der britischen Sisters of Mercy den letzten Chanson-Fan des Mittwochabends vertrieben hat, dann wird das spätestens Marilyn Manson übernehmen: Die Bühnenshows des Amerikaners Brian Warner, der sich gerne als der Leibhaftige inszeniert, sollen legendär bombastisch bis schauderhaft sein. Mit ausgiebig Trockeneis und Rauch-Fontänen jedenfalls ist zu rechnen, ebenso mit drogenverherrlichenden Ansagen. Überraschender ist hingegen, wenn Manson seine Schockerpose ablegt und vom heiseren Schreigesang in eine fast schon balladeske Rockstimme wechselt. Und zum traurigen Teufel wird.

Finstere Kreissägen-Mantras

Am selben Abend spielt ausserdem die derzeit vermutlich grösste Entdeckung der Schweizer Musikszene: Als Zeal & Ardor vermischt der 28-jährige Basler Manuel Gagneux traditionellen Gospel mit Black Metal. Das Ergebnis: finstere Kreissägen-Mantras voller Wucht und Soul. Und sonst? Am Freitag schauen die langhaarigen Tessiner von Gotthard vorbei, am Samstag Franz Ferdinand und der Folker Ben Harper. Wähle deinen Rock.

Rock Oz’Arènes Bis Samstag, 12. August. www.rockozarenes.com (Der Bund)

Erstellt: 10.08.2017, 08:00 Uhr

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