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Riechen wie ein nasser Hund

Die Sex Pistols haben ein Parfüm kreiert, das «alle Duft-Konventionen» hinter sich lässt. Die Frage ist nur: Wer soll das tragen?

Einem Laien mag es nicht einleuchten, warum man sich ein Parfüm kaufen sollte, um zu riechen wie ein Punk. Ein paar Tage in den Kleidern neben einem nassen Hund schlafen würde dasselbe Resultat erbringen. Aber das ist ja so was von letztes Jahrhundert. Der Punk von heute greift stilecht zum Parfüm «God save the Queen», dem ersten Duftwässerchen, das die legendären Sex Pistols nun auf den Markt gebracht haben.

Zusammen mit der französischen Beauty-Firma Etat Libre D'Orange wurde das Sex-Pistols-Parfüm zusammengestellt, das für «Widerstand gegen Traditionen und Missachtung von aromatischen Konventionen» stehen. Wer nun fürchtet, das Parfüm könnte auch genau so riechen, kann beruhigt werden. «God save the Queen» rieche nach einem Hauch von Zitrone und schwarzem Pfeffer, heisst es.

Risiken in Kauf nehmen

Oder wie die Firma es formuliert: «Elektrisiert von Aldehyden, verströmt der Duft pure Energie, einen abgespeckten, aber atemberaubenden, ledrigen Duft, durchzogen von Heliotrop und einer anzüglichen Patschouli-Note.» Hmmm. Interessant. Aber es kommt noch besser. Denn das Parfüm verfolgt auch eine Absicht: «Um diesen Duft zu tragen, muss man sich Traditionen widersetzten, gegen Konformität kämpfen und Duftkonventionen hinter sich lassen. Im Sinne des Punks muss man gewillt sein, sich selbst mit Hingabe ausdrücken zu wollen. Du nimmst Risiken in Kauf und du scheust dich nicht, ein kleines bisschen Chaos zu kreieren.»

Das liesse sich nun vielseitig interpretieren. Sicher aber lässt sich sagen, dass heute niemand mehr «Punk's not dead» an irgendeine Hausmauer sprayen muss. Denn Punk ist tot. Ein Punk-Fragrance ist der endgültige Beweis dafür.

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