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Pop mit französischer Zunge

Das Berthoud-Festival in Burgdorf zeigt an drei Abenden auf, wie unterschiedlich das Chanson klingen kann.

Die Sängerin Elina Duni tritt am Samstag, 17.03. um 20 Uhr in Burgdorf auf die Bühne.
Die Sängerin Elina Duni tritt am Samstag, 17.03. um 20 Uhr in Burgdorf auf die Bühne.
zvg

In Frankreich und in Kanada vermögen Festivals, die sich ausschliesslich der frankofonen Musik widmen, die grossen Massen zu mobilisieren. In der Schweiz findet das charmanteste Festival dieser Art ausgerechnet im wenig frankofonen Burgdorf statt, und zwar im schnuckligen Theater Z. Es heisst Berthoud-Festival (ehemals «1, 2, 3… Chanson») und lotst seit 2001 kleine und grössere Helden der Szene ins Bernbiet.

Hundert Tage Regenwetter

In diesem Jahr ist die wohl markanteste Figur des Programms Marcel Kanche aus Frankreich. Obwohl er Songs geschrieben hat für Leute wie Vanessa Paradis, -M- oder Rokia Traoré, war ihm mit seinem eigenen Werk nie der grosse Durchbruch vergönnt. Zu finster seine Chansons, zu verworren und gedrückt seine Poesie und zu traurig seine 100-Tage-Regenwetter-Stimme.

Das Aussenseitertum hat schon mit den ersten musikalischen Essays in den Achtzigerjahren seinen Anfang genommen. Kanche war der Mann hinter dem wundertollen Avantgarde-Pop-Projekt Un Département, in dem er zu elektroakustischen Bastelarbeiten über sportliche Schweine und sonstige dadaistische Anwandlungen fantasierte. Seine aktuellen Einspielungen könnte man im Stilkasten Chanson noir mit einem Hang zum schwermütigen Grossstadt-Blues ablegen.

Kurvenlos ins Herz

Etwas unbeschwerter dürfte im Vergleich der Auftritt von Elina Duni ausfallen, die bisher weniger mit frankofoner als mit balkanesker und jazziger Musik vorstellig geworden ist. Doch die Frau aus Tirana, in Bern ausgebildet, in Zürich wohnhaft, wird im April auf dem Label ECM ein neues Album veröffentlichen, auf dem sich unter anderem eine bestrickende Version von Jacques Brels «Je ne sais pas» findet.

Zu den grossen kanadischen Chanson-Emporkömmlingen zählt Sarah Toussaint-Léveillé aus Québec. Die 26-Jährige ist gesegnet mit einer Stimme, die kurvenlos ins Herz zielt, und schickt sich gerade an, damit auch den europäischen Kontinent einzunehmen. Alle drei Abende werden eröffnet von den Québécois Moran und Thomas Carbou, die in improvisierten Sets unter Einbezug diverser Gäste Werke von Cohen, Gainsbourg, Dylan und Léo Ferré darzubringen trachten.

Theater Z, Burgdorf: Fr, 16. 3., 20 Uhr: Marcel Kanche. Sa, 17. 3., 20 Uhr: Elina Duni. So, 18. 3, 17 Uhr: Sarah Toussaint-Léveillé.

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