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«Manchmal sehe ich die Musik»

Die Basler Pophoffnung Anna Aaron liefert mit ihrem Debütalbum «Dogs in Spirit» ein berauschendes Werk ab: Kantig, leidenschaftlich und zornig.

«Solange ich Musik mache, lebe ich»: Die Künstlerin Anna Aaron spricht nicht gerne über die Privatperson Céline Meyer.
«Solange ich Musik mache, lebe ich»: Die Künstlerin Anna Aaron spricht nicht gerne über die Privatperson Céline Meyer.

«Manchmal ist ein Lied wie ein Biest, das mich anfällt», sagt Anna Aaron und nippt an ihrem Kaffee. Dann sei auf einmal alles klar, schwallartig. «Plötzlich kenne ich das Stück einfach und muss es nur noch aufschreiben.» Das letzte Lied des neuen Albums, «A Sun Shines on Aimée», sei so eins gewesen. Es klingt versöhnlich und doch traurig. Stimme, Klavier und Schlagzeug schleppen sich müde vorwärts, wie nach einem Kampf, der unentschieden ausgegangen ist – nur mit Verlierern. Es ist das Ende eines berauschenden Albums. «Dogs in Spirit» erscheint am Freitag und ist das eigentliche Debüt der 26-jährigen Baslerin Cécile Meyer alias Anna Aaron. Seit vor drei Jahren die EP «I’ll Dry Your Tears Little Murderer», die zuerst nur als Demo gedacht war, veröffentlicht wurde, gilt die Sängerin als neue Schweizer Pophoffnung. Immer wieder wird sie in einem Atemzug mit Sophie Hunger genannt, die am Anfang des Singer-Songwriterinnen-Booms der letzten Jahre steht. Doch die 13 neuen Songs von Anna Aaron kommen düsterer daher als jene von Hunger. Aarons Stimme ist tiefer und kantiger. Im Einstiegsstück «Elijah’s Chant» herrscht monotoner Sprechgesang vor, begleitet von einem wortlosen Chor. Aarons Stimme steigert sich vom leisen Vorwurf zur zornigen Anklage.

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