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Künstler rufen Radiohead zum Israel-Boykott auf

Pink-Floyd-Musiker Roger Waters und zahlreiche weitere Künstler haben einen offenen Brief an Radiohead geschrieben: Die Briten sollen ein Konzert in Tel Aviv absagen.

Gab schon Konzerte für die Rechte der Tibeter, für Amnesty International und gegen den Klimawandel: Thom Yorke von Radiohead.
Gab schon Konzerte für die Rechte der Tibeter, für Amnesty International und gegen den Klimawandel: Thom Yorke von Radiohead.
Reuters

Zahlreiche Künstler haben an Radiohead appelliert, ein für den Sommer geplantes Konzert in Tel Aviv abzusagen. In einem offenen Brief riefen die Künstler die britische Rockband auf, ihren politischen Positionen treu zu bleiben und sich wegen der israelischen Politik gegenüber den Palästinensern einem Boykott anzuschliessen.

Der Brief wurde neben Pink-Floyd-Musiker Roger Waters auch vom südafrikanischen Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu unterzeichnet.

«Da sich Radiohead für die Freiheit der Tibeter einsetzt, fragen wir uns, warum die Band sich weigert, ein anderes Volk unter ausländischer Besatzung zu verteidigen», heisst es in dem Brief. Eine Absage des Konzerts in Israel «wäre ein kleiner Schritt, um dabei zu helfen, Druck auf Israel auszuüben, seine Verletzung der Menschenrechte und des Völkerrechts zu beenden».

Wonder und Santana weigern sich, McCartney trat auf

Wer eine «Politik der Spaltung, der Diskriminierung und des Hasses» ablehne, müsse dies überall tun, heisst es weiter. «Und das muss das einschliessen, was den Palästinensern jeden Tag widerfährt.» Zu den Unterzeichnern zählen neben dem langjährigen Israel-Kritiker Waters auch die Schriftsteller Alice Walker und Hari Kunzru, der Musiker Thurston Moore von der Alternative-Rockband Sonic Youth sowie Nick Seymour von der Band Crowded House.

Zahlreiche Künstler weigern sich aus politischen Gründen, in Israel aufzutreten. Unter ihnen sind Stevie Wonder, Carlos Santana und Lauryn Hill. Andere, etwa die Rolling Stones, Paul McCartney, Elton John und Bon Jovi, gaben dagegen in den vergangenen Jahren Konzerte in Israel. Kritiker des Boykotts verweisen darauf, dass dieser sich gegen ein demokratisches Land richtet und dass viele prominente Musiker bereits in Diktaturen aufgetreten seien.

Radiohead hat bereits Konzerte für die Rechte der Tibeter, für Amnesty International und für den Klimawandel gegeben. Am 19. Juli will die Band in Tel Aviv ihr erstes Konzert in Israel seit dem Jahr 2000 geben. Es wird der Abschluss einer Tournee, die kürzlich auch zum Coachella-Festival in Kalifornien führte.

SDA/kpn

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