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Knapp an der Strömung vorbei

Das Album «Rats» der Belgier Balthazar liefert die Tonspur zu einer Reise, die man unbedingt antreten sollte.

Mystische Desillusion, dramatisch trocken wie die Wüste: Balthazar mit ihrem Zweitling «Rats».
Mystische Desillusion, dramatisch trocken wie die Wüste: Balthazar mit ihrem Zweitling «Rats».
Charlie De Keersmaecker

Balthazars Internetseite zieren Tourdaten. Viele Tourdaten. Berlin, Prag, Wien, Rom, Madrid, Barcelona, überall dort, wos gerade hip ist, zu sein, werden sie spielen. Es ist zu erwarten, dass sie nicht nur die Hipster mit ihrer sinistren Gauklermusik verführen werden.

Fast sagenhaft ist der Karriereverlauf, der Balthazar zu denen gemacht hat, die sie heute sind: hoffnungsvolle Protagonisten auf dem europäischen Indie-Alternative-Bazar. 2001 erschien ihr erstes Album «Applause», es war die Folge eines Bandwettbewerbgewinns. Die Platte liess vor allem die Musik-Blogger-Community in ihrer Heimat Belgien aufhorchen, wo sie rasch zu jungen Helden wurden. Glänzend waren die Voraussetzungen für eine Expansion: Pias (Play It Again Sam) – das sich als «Sammelbecken für die Auswahl grossartiger Labels und Künstler» versteht – nahm das junge Quintett unter Vertrag und rückte es ins Scheinwerferlicht. Eine Ehre, nahmen doch Karrieren namhafter Künstler wie Sigur Rós, Soulwax und Róisín Murphy bei Pias ihren Anfang.Ihr zweites Album «Rats» dürfte Radiostationen in ganz Europa dazu veranlassen, sich vermehrt mit der Streuung von Balthazars Musik zu beschäftigen. Ihr zweites Werk ist weiter weg vom Chartgeschehen angesiedelt, aber dennoch mehrheitstauglich geblieben. Mehrheitstauglich nicht etwa, weil ihre Musik gefällig wäre, sondern weil sie schlicht wenig Angriffsfläche bietet, schön wie sie ist.

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