Zum Hauptinhalt springen

Hinauf in den Wartsaal des Todes

«Reise nach Sibirien»: Manon wurde in den 1970er-Jahren mit ihrer Kunst der Selbstinszenierung zum Star der Schweizer Avantgarde-Kunst. Das Kunsthaus Interlaken zeigt jetzt neben bekannten Arbeiten neue Installationen.


Rollenspiele im androgynen Look wider kleinkariertes Schwarzweissdenken: Bilder aus der Serie «Elektrokardiogramm 303/304», 1979/2011, Fotografie, C-Print auf Alu. 152?x?105 cm.
Rollenspiele im androgynen Look wider kleinkariertes Schwarzweissdenken: Bilder aus der Serie «Elektrokardiogramm 303/304», 1979/2011, Fotografie, C-Print auf Alu. 152?x?105 cm.
zvg/Pro Litteris Zürich

Es könnte auch so gehen: Man betritt das Kunsthaus Interlaken, atmet tief ein und stürmt, nur das Ende vor Augen, rechts gleich die Treppe hoch, im ersten Stock vorbei an sechs Schwarzweissfotografien mit einer androgyn wirkenden Femme ­fatale in lasziven Posen, passiert in der zweiten Etage einen Raum, in dem die ­fiktive Biografie einer ehemaligen Schönheitskönigin in Rimini der 1970er-Jahre durchgespielt wird – was alles aus ihr hätte werden können von der welkenden Diva im Leopardenlook über die kahlköpfige Krebspatientin bis zur verhärmten Dame mit züchtig geschlossener Bluse.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.