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Gamelan ohne Gamelan und Hackbretter mit Joker

Auch an der 7. Jazzwerkstatt sind Experimentierfreude und Vielfalt Trumpf. Der «Bund» hat im Vorfeld eine Probe des Hackbrett-Quintetts unter der Leitung von Gilbert Paeffgen besucht.

Kehrsatz ist kein komischer Ort, sondern ein langweiliger Vorort von Bern. Doch wer sucht, findet auch in Kehrsatz einen Ort, wo die Welt kopfsteht. Mit KMU-Betrieben und einem Rockerclub teilt sich Martin Hägler im peripheren Niemandsland ein unscheinbares Gebäude und kann seiner fantastischen Fantasie Tag und Nacht freien Lauf lassen. Hier probt Hägler mit fünf Hackbrett-Spielern. Eingefädelt wurde diese Begegnung von Gilbert Paeffgen, die Uraufführung findet nächste Woche unter dem Namen Hammer-Sichel-Unruh im Rahmen der 7. Jazzwerkstatt Bern statt.

Paeffgen und Hägler sind alte Freunde. Was sie verbindet, ist das vehemente Interesse an neuartigen musikalischen Legierungen. So setzt sich der Jazzschlagzeuger Paeffgen seit vielen Jahren intensiv mit der speziellen Klangwelt des Hackbretts auseinander – inzwischen nimmt er in der hiesigen Hackbrett-Szene (als Spieler und Lehrer) eine Stellung als anerkannter Aussenseiter mit Insiderwissen ein. In seinem Hackbrett-Quintett ist nicht nur der Nachwuchs vertreten, sondern auch der Instrumentenbauer Marc Ramser, der ein von ihm selbst entwickeltes Basshackbrett spielt: Dieses beeindruckende Instrument muss am Schluss von zwei Mann in einen Kastenwagen gehievt werden.

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