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Etappensieg für die Stiftung Salle modulable

Die Stadt Luzern darf weiter auf 120 Millionen Franken eines verstorbenen Mäzens für den Bau eines neuen Musiktheaters hoffen.

Soll mit einem Neubau ergänzt werden: Das KKL Luzern. (31. März 2010)
Soll mit einem Neubau ergänzt werden: Das KKL Luzern. (31. März 2010)
Keystone

Ein Gericht in Bermuda hat den Rückzug des Geldes im Jahr 2010 durch den Vermögensverwalter als unrechtmässig taxiert. Der zuständige Einzelrichter am Supreme Court in der Bermudischen Hauptstadt Hamilton wies die Klage der Salle Modulabe Stiftung als Initiantin des Theaterprojekts sowie die Gegenklage des Vermögensverwalters Butterfield Trustim Zivilprozess ab.

Gemäss dem Urteil erfolgte der Rückzug der zugesagten Gelder nach Schweizer Recht zu früh. Die Initianten hätten zu wenig Zeit gehabt, um wie verlangt eine Machbarkeitsstudie für das geplante Theater vorweisen zu können.

Zwölf Monate Zeit

Um das unter Vorbehalt zugesagte Stiftungsgeld in der Höhe von bis zu 120 Millionen Franken zu erhalten, müssen die Initianten des Salle Modulable nun innert «vernünftiger Zeit» die Realisierbarkeit des Projekts nachweisen. Im Urteil ist dazu exemplarisch eine Frist von zwölf Monaten genannt.

In der Zeit muss die Salle Modulable Stiftung gemäss Urteil darlegen, dass die notwendigen Mittel für den Bau des Projekts und für dessen Betrieb vorhanden sind, und dass alle nötigen politischen Bewilligungen vorliegen.

Zahlreiche Details sind jedoch gemäss der Stiftung Salle Modulable Thema einer Nachverhandlung vor Gericht. Diese soll im März oder April 2014 stattfinden und rund einen Tag dauern.

Urteil noch nicht rechtskräftig

Das erstinstanzliche Urteil des Supreme Court ist noch nicht rechtskräftig. Es kann ans Appellationsgericht von Bermuda weitergezogen werden.

Der Präsident der Stiftung Salle Modulable, Hubert Achermann, zeigte sich am Freitag in Luzern vor den Medien erfreut über das Urteil. Der Aufwand und der drei Jahre dauernde Kampf hätten sich gelohnt.

Achermann sah die Stiftung im Kampf um die 120 Millionen Franken für ein Musiktheater in Luzern noch nicht am Ziel. Er appellierte an die Gegenpartei, auf weitere zeitraubende und teure Rechtsverfahren zu verzichten.

Chance für Luzern

Weiter sagte Achermann, dass die Stiftung nun zusammen mit den Behörden von Kanton und Stadt Luzern eine angepasste Machbarkeitsstudie für das Musiktheater erarbeiten müsse. Das Urteil sei eine grossartige Chance, für die Kultur- und Festivalstadt Luzern etwas Einzigartiges zu schaffen.

Der Präsident der Stiftung Salle Modulable wurde bei seinem Auftritt vom Finanzdirektor des Kantons Luzern, Marcel Schwerzmann, von Bildungs- und Kulturdirektor Reto Wyss sowie vom Luzerner Stadtpräsidenten Stefan Roth begleitet. Diese erklärten, die Politik habe immer an das Projekt geglaubt. Sie würden nun mit Hochdruck die nötigen weiteren Arbeiten für ein Musiktheater in Luzern vorantreiben.

Vermögensverwalter prüft Appellation

Für den Vermögensverwalter Butterfield Trust ist die Angelegenheit mit dem Urteil nicht erledigt. Er prüft den Weiterzug des Urteils, wie Jan Woloniecki, einer der Anwälte des Butterfield Trust, in einer Mitteilung vom Freitag zitiert wird.

Der Richter hätte nach Einschätzung des Butterfield Trust das Recht von Bermuda und nicht das Schweizer Recht anwenden sollen. Überdies sei der Richter nicht ermächtigt gewesen, der Salle Modulable Stiftung noch mehr Zeit einzuräumen, um die Realisierbarkeit des Projekts zu beweisen.

Der Richter habe in seinem Urteil festgehalten, dass die Verantwortlichen des Butterfield Trust «in gutem Glauben gehandelt» hätten. Deshalb habe die klagende Salle Modulable Stiftung auch keinen Anspruch auf Schadenersatz. Zudem sei der Rückzug vom Projekt im Oktober 2010 durchaus im Einklang mit den Gesetzen Bermudas erfolgt, schreibt der Butterfield Trust weiter.

Geld eines Deutschen Mäzens

Das Lucerne Festival gab 2007 Pläne für ein neues Musiktheater namens Salle Modulable in Luzern bekannt. Realisiert werden sollte das 100-Millionen-Franken-Projekt mit Geld des damals in Luzern lebenden Deutschen Mäzens Christof Engelhorn.

Nach Engelhorns Tod 2010 zog der Vermögensverwalter Butterfield Trust mit Sitz auf Bermuda das Geld zurück. Er begründete den Schritt mit Unsicherheiten bei der Projektrealisierung. Die Stiftung Salle Modulable beharrte jedoch auf dem Geld von 120 Millionen Franken und beschritt den Rechtsweg.

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