Zum Hauptinhalt springen

Ein kommender Gott

Vier junge Dänen schuften in der Bluesmühle: Iceage aus Kopenhagen veröffentlichen heute das ehrgeizigste Rockalbum seit dem Debüt von Arcade Fire.

Herrliches Nölen: Iceage aus Kopenhagen, mit dem Sänger Elias Bender Rønnenfelt in der roten Jacke. Foto: Matador Records
Herrliches Nölen: Iceage aus Kopenhagen, mit dem Sänger Elias Bender Rønnenfelt in der roten Jacke. Foto: Matador Records

Das ist kein Spass. Das ist nicht die Art, eine Platte zu eröffnen, von der man hofft, sie brächte einen irgendwo hin, ins Radio womöglich. Es ist eher, als ginge ein Riss durch den Rockberg, und eine Flanke geriete ins Rutschen. Der Bass grollt, das Bluesriff mahlt, und nach zwanzig Sekunden, wenn es schon zu spät ist für eine Flucht, betritt der Sänger die Verheerung wie seine natürliche Bühne: «They tried to feed me in times of hunger / But I refuse their generous hands / Though I’m a taker, an opportunist / I’ve got longings no offer can stand.» Es gibt Sehnsüchte, so gross, dass keiner sie je stillen kann. Und sie sind vereint in diesem jungen Mann, dem das Haar mit einer Gravitas ins ­Gesicht fällt, als dränge es ins Grab. Manchmal wischt er es mitten im Sturm der Gitarren einfach weg.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.