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«Eigentlich sind wir gar nicht mehr jung»

In Los Angeles wurden zum 55. Mal die Grammys vergeben: Gotye, die Indieband fun. und Mumford & Sons gewannen die wichtigsten Preise. Ein Appell des US-Senders CBS an die weiblichen Stars blieb unerhört.

Newcomer des Jahres: Die Indie-Rockband fun. präsentiert «We Are Young», den besten Song des Jahres. (11. Februar 2013)
Newcomer des Jahres: Die Indie-Rockband fun. präsentiert «We Are Young», den besten Song des Jahres. (11. Februar 2013)
Keystone
Die Band gewann zudem für «We Are Young» den Grammy für den besten Song.
Die Band gewann zudem für «We Are Young» den Grammy für den besten Song.
Keystone
...die Country-Pop-Sängerin Taylor Swift mit tiefen Ausschnitten.
...die Country-Pop-Sängerin Taylor Swift mit tiefen Ausschnitten.
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Alternative Newcomer wie Gotye, Frank Ocean und die Indie-Rockband fun. haben bei der Grammy-Verleihung abgeräumt. Die drei New Yorker Rocker von fun. wurden bei der Gala in Los Angeles gleich in zwei Top-Kategorien ausgezeichnet: Als beste Newcomer und mit «We Are Young» für den besten Song.

«Ich weiss nicht, was ich mir gedacht habe, als ich dieses Lied geschrieben habe», sagte Sänger Nate Ruess bei seiner Dankesrede. «Wie ihr sehen könnt, sind wir doch eigentlich gar nicht mehr jung und wir machen schon seit zwölf Jahren Musik. Aber anscheinend waren wir bisher ein gut gehütetes Geheimnis.»

Der belgisch-australische Sänger Gotye gewann insgesamt drei der goldenen Grammophone, unter anderem den begehrten Preis für die beste Platte mit seinem Ohrwurm «Somebody That I Used to Know». Die Auszeichnung für das beste Album ging an die britische Band Mumford & Sons für «Babel».

Die US-Rockband The Black Keys und ihr Frontmann und Songschreiber Dan Auerbach konnten vier der begehrtesten Musikpreise der Welt mit nach Hause nehmen, darunter den für das beste Rock-Album («El Camino»). Der kalifornische Hip-Hop- und R&B-Musiker Frank Ocean wurde für das beste zeitgenössische Album («Channel Orange») und seine Zusammenarbeit mit den Rappern Jay-Z und Kanye West («No Church in the Wild») ausgezeichnet.

Nachdem die britische Sängerin Adele die Gala im vergangenen Jahr mit sechs Trophäen dominiert hatte, wurden die Grammys 2013 zu einer eher männlichen Angelegenheit. Bekannte weibliche Musikstars wie Kelly Clarkson, Beyoncé, Rihanna und auch erneut Adele gewannen jeweils nur einen der begehrten Preise und das auch nur in vergleichsweise unwichtigen Kategorien.

Comeback von Justin Timberlake

Auch das Comeback des Abends gehörte einem Mann: Nachdem er sich einige Jahre lang fast ausschliesslich auf seine Schauspielkarriere konzentriert hatte, feierte US-Sänger Justin Timberlake einen umjubelten Auftritt. Ganz in Schwarz und Weiss - in schwarzem Anzug mit Fliege und Haartolle - sang der 32-Jährige zwei Songs.

Neu-Ehefrau Jessica Biel klatschte begeistert im Publikum mit Stars wie Jennifer Lopez, Nicole Kidman, Keith Urban, Sting und Katy Perry. Moderiert wurde die 55. Grammy-Verleihung vom Rapper LL Cool J.

«Bitte nicht zu viel nackte Haut»

Am Rande der Veranstaltung gab ein Appell von CBS zu reden: Bitte nicht zu viel nackte Haut zeigen – war die Bitte des US-Fernsehsender CBS vor der Grammy-Gala an die Stars. Denn besonders freizügige TV-Auftritte können in den USA empfindliche Geldbussen der Medienaufsicht FCC zur Folge haben. Doch viele Sängerinnen reizten bei der Verleihung der begehrten US-Musikpreise am Sonntagabend in Los Angeles die Grenzen der Kleiderordnung aus und präsentierten sich mit gewagten Outfits auf dem roten Teppich. Popqueen Jennifer Lopez trug ein langes schwarzes Kleid, dessen Beinschlitz ihren rechten Oberschenkel bis zum Hüftansatz unbedeckt liess. «Sie haben nichts über Beine gesagt», scherzte sie mit Blick auf die CBS-Vorschriften. Während Country-Star Taylor Swift beim Eröffnungssong des Abends in weissen Hotpants über die Bühne stürmte, zeigte R&B-Sängerin Alicia Keys bei ihrem Cutout-Abendkleid Bauch und Décolleté. Auch Popsängerin Katy Perry gewährte mit ihrem hautengen Gucci-Kleid in Minzgrün tiefe Einblicke.

CBS hatte US-Medienberichten zufolge in einer E-Mail an die Agenten der Stars darum gebeten, dass «Gesäss und Brüste ausreichend bedeckt sind». Auch sollten die Stars auf transparente Kleidung verzichten, die den Blick auf Brustwarzen erlauben könnte. Der Sender hatte nach dem Superbowl 2004 mächtig Ärger mit der FCC bekommen. In der Halbzeitshow des Finales der Meisterschaft im American Football hatte Sänger Justin Timberlake damals die Brust seiner Kollegin Janet Jackson entblösst – vor mehr als hundert Millionen Fernsehzuschauern.

AFP/sda/chk

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