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«Die rassistische Scheisse verkauft sich»

Die Rapper Kollegah und Farid Bang haben am Donnerstagabend einen Echo erhalten. Ausgerechnet am Holocaust-Gedenktag.

Die Rapper Kollegah und Farid Bang haben einen Echo für das beste Hip-Hop-Album erhalten.
Die Rapper Kollegah und Farid Bang haben einen Echo für das beste Hip-Hop-Album erhalten.
AFP
Provokation sei ein wichtiges Stilmittel, sagte Campino von den Toten Hosen. Habe Provokation aber eine frauenfeindliche, homophobe, rechtsextreme oder antisemitische Form, sei eine Grenze überschritten.
Provokation sei ein wichtiges Stilmittel, sagte Campino von den Toten Hosen. Habe Provokation aber eine frauenfeindliche, homophobe, rechtsextreme oder antisemitische Form, sei eine Grenze überschritten.
AFP
«Wir vom Schlager sind einfach überall – auch da, wo uns niemand erwartet»: Helene Fischer mit Jazzmusikern am Echo.
«Wir vom Schlager sind einfach überall – auch da, wo uns niemand erwartet»: Helene Fischer mit Jazzmusikern am Echo.
Axel Schmidt, AFP
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Schon im Vorfeld der Echo-Verleihung hatten die Nominierungen für Kollegah und Farid Bang Proteste ausgelöst. Diesen wird Antisemitismus vorgeworfen, in einer Liedzeile ihres besonders umstrittenen Lieds «0815» heisst es etwa, «mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen».

Trotz der Diskussion über ihre Texte gewannen die beiden Rapper am Donnerstag den Preis in der Kategorie Hip-Hop/Urban National. Toten-Hosen-Sänger Campino griff die beiden in seiner eigenen Dankesrede für die Auszeichnung seiner Band für den Preis in der Kategorie Rock national scharf an. Und die frühere Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, zeigte sich entsetzt über den Echo für die Rapper. Es sei «ein verheerendes Zeichen», den wichtigsten deutschen Musikpreis an «vermeintliche Künstler» zu verleihen, die ein gesellschaftliches Klima bedienen, in dem Antisemitismus offenbar wieder normal sei, erklärte Knobloch in München.

Moderator Thore Schölermann fand klare Worte (und Gesten):

Mit ihnen ärgerte sich auch die Twitter-Community. Die Reaktionen auf den Auftritt des Duos folgten prompt.

«Echo der Schande»

Das American Jewish Committee nannte es «schändlich», dass ausgerechnet am Tag des Gedenkens an den Holocaust zwei Rapper mit antisemitischen Texten nominiert seien für einen Preis. Die deutsche «Bild»-Zeitung bezeichnete den Preis als «Echo der Schande».

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