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Der Prophet feiert eine Party

Die Berner Glanton Gang hat mit ihren Hip-Hop-Richtlinien für viel Diskussionsstoff gesorgt. Im Bierhübeli hat sie nun vorgeführt, was eine angemessene Rap-Party ist.

Sie wollten einfach nur feiern: Dezmond Dez (l.) und Tommy Vercetti (r.).
Sie wollten einfach nur feiern: Dezmond Dez (l.) und Tommy Vercetti (r.).
zvg

«Ich war ein bisschen viel in der Presse in der letzten Zeit, das tut mir leid», ruft Tommy Vercetti irgendwann ins ausverkaufte Bierhübeli. Und fügt hinzu: «Ich bin sonst eigentlich ein ganz Sympathischer.» Das ist, neben wiederholten Hinweisen auf seine echauffierte Physis das einzige Statement, das der Berner während seiner grossen Revue im Bierhübeli zwischen den Liedern abgibt. Etwas enttäuschend für einen, der sich im Vorfeld gebärdet hat wie der Oberinspektor der bernischen Sprechgesangszene, wie der Gralshüter der vermeintlich wahren Hip-Hop-Werte. Er hat ziemlich selbstgefällig gegen Genrekollegen ausgeteilt, die dem Hip-Hop auch eine unterhaltende Komponente abgewinnen können, er hat Systemkritik geübt, Kapitalismus-, Homies-, Medien- und Weltkritik und dabei immerhin offenbart, dass er sein Gewissen und eigentlich auch sein Herz auf dem rechten Fleck trägt.

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