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«Der Nerd in mir lechzte danach»

Mark Ronson hat den Olympia-Song für Coca-Cola produziert. Dafür hat der Produzent von Amy Winehouse seinen guten Ruf als Musiker riskiert. Ein Gespräch über Kunst und Kommerz.

Mark Ronson, Sie haben den Song für die Olympia-Kampagne von Coca-Cola produziert. Ist «Anywhere In The World» der teuerste Song aller Zeiten geworden? Mark Ronson: Nein, ich glaube die Ausgaben waren nicht mal annähernd so hoch wie die für das Soloalbum von Axel Rose von Guns’n’Roses (lacht). Aber klar: Billig war das Ganze nicht. Ich habe insgesamt neun Monate daran rumgeschraubt. Und ich bin um die ganze Welt geflogen, um Geräusche verschiedener Sportarten einzufangen. Aber die Studiokosten hielten sich im Rahmen. Da habe ich schon viel aufwändigere Projekte erlebt. Mit grossen Orchestern und so.

Sie sind unter anderem ein gefragter Celebrity-DJ und erzählen in Interviews gerne von der Hochzeit von Tom Cruise oder unangenehmen Begegnungen mit Charlize Theron. Was werden Sie später Ihren Kindern von diesem Song berichten? Na ja, das Eigenleben des Songs hat ja gerade erst richtig begonnen. Aber ich würde meinen noch ungeborenen Kindern sicher von der Entstehung erzählen: Wie ich in Singapur neben dem Flughafen auf einer Bogenschiessanlage stand und versuchte die Geräusche des Schützen, des Bogens und des Pfeils möglichst gut einzufangen während nebenan im 3-Minuten-Takt Flugzeuge starteten. Oder dann die Szene in Moskau: Dort verkabelte ich eine russische Topsprinterin. Ihr Trainer stand daneben. Das war so ein grossgewachsener, ungeduldiger, stahlharter Typ, der wohl schon seit 40 Jahren morgens um 5 aufsteht, kalt duscht und Sportlern Feuer unterm Arsch macht. Der fand uns gar nicht witzig.

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