Er war der ideale Bösewicht: Rutger Hauer gestorben

Der niederländische Filmstar ist nach kurzer Krankheit im Alter von 75 Jahren verstorben.

Bösewicht oder edler Held: Rutger Hauer im Jahr 2011. (Archivbild) Bild: Jim Urquhart/Reuters

Bösewicht oder edler Held: Rutger Hauer im Jahr 2011. (Archivbild) Bild: Jim Urquhart/Reuters

Der niederländische Filmstar Rutger Hauer ist nach kurzer Krankheit im Alter von 75 Jahren gestorben. Er ist bereits am Freitag in seinem Wohnort in Beetsterzwaag in der nördlichen Provinz Friesland gestorben.

Dies teilte seine Familie am Mittwoch der Nachrichtenagentur ANP mit. Hauer sei bereits im engsten Familienkreis beigesetzt worden.

Rutger Hauer gilt als einer der berühmtesten niederländischen Filmschauspieler mit einer grossen Karriere in Hollywood. International war sein grösster Erfolg «Blade Runner» (1982). Für seine Rolle im Film «Flucht aus Sobibor» war er 1988 mit einem Golden Globe ausgezeichnet worden.

In den Niederlanden war er mit der populären TV-Serie «Floris» bekannt geworden. Die Kinofilme «Türkische Früchte» (1973) und «Soldat von Oranje» (1977) bedeuteten seinen internationalen Durchbruch.

Kein 0815-Typ

Stahlblaue Augen, scharf geschnittene Gesichtszüge, kantiges Kinn, blondes Haar – so sehen gemeine Bösewichter aus oder edle Helden. Ob Held oder Bösewicht – Eines war Hauer sicher nicht: Ein 0815-Typ, den man schon am Ausgang des Kinos wieder vergessen hat. Aber vor allem wird er mit einem legendären Film verbunden: «Blade Runner» von 1982.

In dem apokalyptischen Science-Fiction-Thriller, der im Jahr 2019 (!) spielt, war Hauer der «Replikant» Roy Batty, eine roboterähnliche Mordmaschine mit zutiefst menschlichen Zügen – also Held und Bösewicht in einem. «Blade Runner» wurde ein Kultfilm und sollte den Durchbruch für Hauer in Hollywood bedeuten.

Stets mit menschlichen Zügen: Rutger Hauer spielte in «Blade Runner» den Replikanten Roy Batty. (Archivbild) Bild: Alberto Pizzoli/ AFP

Im Gegensatz zu seinem damaligen Gegenspieler Harrison Ford wollte Hauer übrigens nicht beim Folgefilm «Blade Runner – 2049» (2017) mitspielen. Der Film sei «überflüssig», sagte der Schauspieler 2018 am Rande der Berlinale in einem Interview.

Von Scheinwelt nicht beherrschen lassen

Rutger Hauer hatte lange noch einen Wohnsitz in den USA. Als seinen Ruhepunkt und «sein Zuhause» sah er jedoch, wie er einmal sagte, seinen Bauernhof in Friesland ganz im Norden der Niederlande. «Film ist mein Leben», sagte er einmal in einem seiner seltenen Interviews. «Aber man muss sich nicht von dieser Scheinwelt beherrschen lassen.»

Er spielte in über 100 Filmen mit, darunter, das bleibt nicht aus, auch in vielen B-Filmen. «Ich wollte immer alle Facetten meines Könnens zeigen», sagte er. Doch gerade in den USA wollte man ihn häufig als den Bösen sehen – wie etwa im Action-Thriller «Nachtfalken» (1981) mit Sylvester Stallone oder in «Hitcher, der Highway Killer» (1986). Ihm sei es egal, sagte er einmal, ob er einen Bösewicht oder Helden spielen solle. «Mir geht es um den Charakter.»

red/sda

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