«Springsteen ist immer noch sexy»

Susanne Nussbaum hat bereits 105 Bruce-Springsteen-Konzerte gesehen. Die 42-Jährige reist auch mal für fünf aufeinanderfolgende Shows nach New York.

Warten auf den Boss: Bruce-Springsteen-Fans aus Zollikon, Istanbul, Schweden und New Jersey vor dem Letzigrund.
Jvo Cukas

Heute besuchen Sie Ihr 106. Springsteen-Konzert und wollen auch dieses aus nächster Nähe geniessen können. Wie lange stehen Sie dafür schon vor dem Letzigrundstadion?
Seit gestern Abend. Ich muss aber nicht ständig vor dem Stadion warten. Ich muss einfach zu verschiedenen Aufrufen erscheinen, dazwischen kann ich auch irgendwo etwas essen gehen oder wie jetzt bei einer Freundin ausspannen. Dass ich schon gestern mit dem Warten begonnen habe, hat sich aber gelohnt. Ich werde als 24. in den Bereich vor der Bühne gelassen.

Ganz ehrlich: Der «Boss» wird im September 63 Jahre alt. Lohnt es sich wirklich noch, ihn aus der Nähe zu sehen?
Bei ihm macht das gar nichts aus. Er tut ja auch viel für sein Äusseres, das sieht man. Und er hat einfach eine unglaubliche Ausstrahlung. Ich finde, er ist immer noch sexy.

Was macht denn die Faszination Springsteens für Sie aus?
Sein Charisma, seine Show. Es gibt einfach niemanden, der ihm das Wasser reichen kann. Wer spielt heute noch 3,5 Stunden, wie er das macht? 1985 habe ich ihn entdeckt und bin seither ein grosser Fan. Damals wollten mich meine Eltern noch nicht allein an ein Konzert in Deutschland reisen lassen. Erst drei Jahre später habe ich ihn dann zum ersten Mal gesehen.

Sie haben bereits über hundert Konzerte des Alt-Rockers besucht. Wie schafft man eine derart grosse Zahl in einem Leben?
Das ist nicht besonders schwierig. Seit ich ihn 1988 in Basel zum ersten Mal sah, bin ich immer wieder an Konzerte in ganz Europa oder den USA gereist. Oft spielt er ja ganze Konzertreihen in einzelnen Städten. Wenn man da gleich mehrere Shows hintereinander anschaut, kommt man schnell auf über hundert. So habe ich zum Beispiel fünf Konzerte hintereinander im New Yorker Madison Square Garden gesehen. Oder 10 in New Jersey. Der heutige Auftritt in Zürich ist in diesem Jahr der neunte. Im August werde ich noch für drei Konzerte nach Boston reisen.

Geht das nicht wahnsinnig ins Geld?
Nein, das ist kein Problem. Wir reisen eigentlich immer in einer Gruppe von etwa vier Leuten und teilen uns ein Hotelzimmer. So spart man Geld. Viele Europakonzerte kann man zudem mit dem Auto erreichen, dies kommt dann auch nicht allzu teuer.

Hand aufs Herz: Hat es jemals einen Lebenspartner in Ihrem Leben gegeben, dem Ihre Hingabe zu Springsteen zu viel wurde?
Nein, überhaupt nicht. Man hatte immer Verständnis. Ich höre mir ja auch nicht nur Springsteen an, sondern bin allgemein ein sehr grosser Liebhaber von Live-Musik. Neben den mehr als 100 Springsteen-Shows habe ich sicher 300 andere Konzerte besucht wie von den Stones, U2 oder Bon Jovi. Aber an Springsteen kommt einfach niemand heran.

DerBund.ch/Newsnet

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