Ein Jahr im Wunderland

Gaumenschmaus vor dem Palästli, Discotanz im 
Prunksaal: Das inklusive Kulturprojekt Heitere 
Fahne feiert die Vielfalt.

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Vor einem Jahr hat das Kollektiv Frei_Raum unterhalb der Gurtenbahn zum ersten Mal viele bunte Fahnen gehisst. «Letztes Jahr konnten wir, in diesem Jahr dürfen wir», heisst es in der Pressemitteilung zur zweiten Ausgabe der Benefizveranstaltung Gugusgurte.

In den letzten sieben Monaten hat sich das integrative und inklusive Kultur- und Gastronomieprojekt Heitere Fahne ständig verwandelt. Alice wanderte hier durch das Wunderland, Kleider wurden zu Personen, auf der Theaterbühne wurden Marktstände aufgebaut, am 21. März wurde Neujahr gefeiert und zwischendurch stieg auch mal die Waschmaschine aus.

Das Anfangsmotto «Je mehr Vielfalt, desto besser» wurde also mehr als erfüllt. Vor kurzem hat das Projekt sogar den Preis der Paulus-Akademie Zürich bekommen, da hier beispielhaft vorgelebt werde, was Inklusion sein kann. Nächstes Jahr wird die Heitere Fahne ausser­dem noch stärker zum Theaterhaus, das Stadttheater wird hier «Wir sind selig!», das neue Stück der Kolumnistin und Autorin Michèle Roten zeigen.

Reale Utopie

Aber vorher wird neben der Menschenschlange, die auf den Gurten will, vier Tage lang gegessen, musiziert und getanzt, im Prunksaal, im Palästli und auf der Grandpalais Terrace. Dabei helfen Sandy Saidap mit Fiddle und Mandoline, Hannibal und Captain Boogie mit Surf­gitarre und Zigarrettenrauch, das Duo Petting Goes Classic mit neu interpretierten Bravo-Hits, Pesca Jamba mit ­Covers der Schrottplatzmusik von Tom Waits und viele mehr.

Die Heitere Fahne ist jetzt zum Betrieb geworden, der sich selber jedoch immer noch hinterfragt. Auch finanziell sieht es gut aus. Denn weiterhin wird ­ehrenamtlich an der real gewordenen Utopie gearbeitet, damit noch viele weitere Fahnen gehisst werden können.

(Der Bund)

Erstellt: 10.07.2014, 09:33 Uhr

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Heitere Fahne Wabern 


Do, 17. (16 Uhr), bis So, 20. Juli.

www.dieheiterefahne.ch

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