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Ougering u Gine

«Mundart»-Autorin Renata Burckhardt muss sich in dieser Kolume eingestehen, dass selbst Hülsenfrüchte und Wasser ihr Leid nicht mindern können.

Im Momänt isch komisch. Überau, wo me häre geit, Ougeringe, Ougeringe, Ougeringe. I de Tram. Im Bahnhof. I de Läde. Uf dr Schtrass. Überau. Isch das ds Liecht? Isch es d Jahreszyt? Oder ischs dr eiget benäblet Blick uf d Umgäbig? Chuum aber schteit men im Tram u dänkt, me biudi sech aui die Ougering y, de ginet eim Öpper diräkt u hemmigslos is Gsicht. Aha. Auso o müed.

I vergisse nie, won i myre langjährigschte Fründin mau gseit ha, sie gsiech müed us. Natürlech han i das beschtätigend gmeint, auso quasi yyfüehlsam, quasi ufrichtig, auso im Sinn vo: «Ja, i gseh, du schaffisch viu, hesch viu um d Ohre, bisch e cheibe Brosli.» Aber Öpperem z säge, är oder sie gsiech müed us, isch haut NIE charmant. Drmit Dihr das wüsset. Nie säge! O wes ehrläch wär: who cares! Ehrlächkeit muess nid geng sy. Ehrlächkeit närvt mängisch eifach o nume. S git on en unehrlichi Ehrlächkeit. Eini mit fiesem Hingergrund.

Genauso gits on en unauthentischi Authentizität. Ja, authentisch cha men o schpile. Drum: Mau dr Schnabu haute, heisst nid, scho unehrläch oder fautsch z sy. S cha o Eleganz bedüte. Aaschtand. Reschpäkt.

An ere Premiere wott me nid unbedingt ghöre, werums Öpper doof heig gfunde. An ere Hochzyt wott me nid ghöre, dass Öpper scho zwo Kampfscheidige hinger sech heig – und überhoupt: d Scheidigsrate. Während ere Schwangerschaft wott me nid ghöre, wie bluetig u schmärzhaft ds Gebäre syg. Das het mi geng so ufgregt. Aber was i eigentläch wott säge: Myni langjährigscht Fründin het uf myni Information, sie gsiech müed us, köschtlech reagiert: «Renä, chumm uf d Wäut! Mir gseh itz eifach müed us! Dasch itz eso, das geit nümme wäg, tscheksches!»

Ja. Stimmt, irgendwenn gseht men eifach müed us, viu Schlaf hin oder här. Irgendwenn chan men am Morge vor em Schpiegu nümm säge, me heig grad z viu gschaffet, grad z weni gschlafe, grad churz z ungsund gläbt. Nei. Me het die Ougeringen eifach. U sy blybe.

Werum aber isch das eso? Auso by Faute ischs ja klar. Material nützt sech ab, wird knittrig, brüchig, fautig. Drum o dr Körper vom Möntsch. Gold isch da en Usnahm. Metau süsch louft über d Zyt a, wird grüen oder schwarz oder brüchig – Gold blybt Gold. Werum aber het me schon i junge Jahr mängisch Ougering u bym Euterwärde permanänt?

Ougering sy ja Bluet- u Lymphgfäss, wo unger dr dünne Huut düreschimmere. Je schlächter d Gfäss mit Suurschtoff versorget sy – auso vorauem, we me z weni pfuset – deschto dunkler schimmere d Ougering. U d Schpannig vor Huut isch schlaffer. By Müedigkeit keit d Huut vom Gsicht auso zäme mit de Ring Richtig Tal. S wird nid nume dunkler unger den Ouge, sondern faht on afah lampe. Me söu viu Yse zue sech näh. Fleisch, Nüss, Hülsefrücht u ds ewige Wundermittel Wasser.

Aber für Fleisch cha me ke Wärbig meh mache, vo Nüss bechunnt me Bibeli, z viu Hülsefrücht bringen eim z flüge u vom Wasser muess me geng uf Toilette. Drum was itze? Ushaute. Überau Ougeringe, itz wider meh, i de Tram, am Morge vor em Schpiegu, geng. He nu.

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