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«Nur noch eine Metapher»

«Unsere Herausforderung heute ist weniger die Leugnung des Holocausts als seine Relativierung»: Daniel Gerson, Jahrgang 1963.

Es gibt im Film in der Ausstellung den Moment, da Sie vor der Kamera ein altes Telefonbuch zeigen. Was hat es damit auf sich?

Nur Ihr Vater überlebte den Holocaust.

Sie sprechen auch von einem «Vakuum» in Ihrer Familiengeschichte.

Ein Schutz vor dem Schrecken?

In der Schweiz hat er Ihre spätere Mutter kennen gelernt – ein Waisenkind. Genau das sei ihm recht gewesen, wie Sie sagen.

Prägt so das Trauma der Überlebenden auch das Leben der Nachkommen?

Haben Sie darunter gelitten?

Was ist passiert?

Sie nennen Ihre Suche nach der ausgelöschten Vergangenheit ein typisches Verhalten der zweiten Generation.

Sind Sie darum auch Historiker geworden, und zwar für jüdische Geschichte?

Was aber soll ein Vater mit Fragen, die ein Tabu für ihn waren?

Der Bruch der Überlebenden mit ihrem Schweigen – war er auch nötig, damit der Holocaust erst ins öffentliche Gedächtnis eingehen konnte?

Zum Gründungsmythos?

Was sagen Sie zu Ihrem Berner Historikerkollegen Christian Gerlach? In seinem neuen Buch erklärt er, der Antisemitismus sei nicht die alles entscheidende Ursache des Völkermords an den Juden gewesen: Auch Wohnungsnot oder Nahrungsmittelknappheit hätten Gründe geboten.

Der Antisemitismus ist ja eines Ihrer grossen Themen als Forscher. Aber Gerlach bezweifelt auch, dass der Holocaust so konsequent geplant und realisiert worden sei, wie man heute annimmt.

Kündet Gerlachs These von einem Paradigmenwechsel im Umgang mit dem Holocaust?

Was hat das für Folgen?

Was sagen Sie zum grünen Nationalrat Jonas Fricker, der vor kurzem in einer Tierschutzdebatte Schweine und Juden verglich, worauf ihm nur der Rücktritt blieb?

Und die findet häufiger statt?

Was passiert, wenn die Letzten sterben, die den Holocaust überlebt haben? Die in der Ausstellung porträtierten Zeitzeugen sind alle um die neunzig.