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Mys Chärtli, mys Läbe?

«Mundart»-Autor Renée Maria Bellafante findet die Idee vom digitalen Patienten-Dossier gut – aber nur theoretisch.

I finge se super. Auso d Idee vom digitale Patiänte-Dossier. Das meinen i itz ohni Witz – wüu, Dir kennet ja myni Digital-Phobie afe. Blöd isch itz nume, dass i trotz myre Begeischterig für d Idee so extremi Zwyfu bezüglech d Umsetzig ha. U je lenger, dass i dranne umestudiere, deschto gröber wärde di Zwyfu, u am Schluss tschuderets mi chaut der Rüggen abb.

Wi gseit: D Idee isch super, würklech guet. U logisch wär si o. Aber heit Der scho mau en Arztbricht über Öich säuber gläse? So richtig Satz für Satz u Wort für Wort u aues, was Der nid verstange heit – es wimmlet ja jewyle vo Fachusdrück –, ganz genau nache­gluegt? We me das macht, lehrt me sech nämlech ganz nöi kenne. Da het me Sache, wo me nie dänkt het u o nüt gspürt dervo. Klar, das isch e Bricht vom Fachma, aber dä weiss Züg über di, wo du ke Ahnig hesch dervo, u gseht Sache, wo du no nie hesch gseh. Du lehrsch di auso völlig nöi kenne. Das miech nüt, an sich.

Aber es git de scho o schreege Züg. Auso, i meinti, i wüssts, wenn i nume no ei Niere hätt. I hätts äuä gmerkt, we me mer eini hätt usegno. Aber itz wär das notiert. Itz steu der das digital vor. Das bringsch, wes blöd geit, nie meh us em Syschtem. U de muesch em nächschte Fachma erkläre, dass das en Irrtum sig. Dir fähli eigentlech nume d Mandle. U de meinti dä widerum, nei, das sig so im Syschtem vermerkt. U schliesslech isch är der Fachma. U itz steu der no vor, dis Hirni ticki nümm ganz so, wi s sött, u de gloubt me der sowiso nid aues, was de seisch.

I merke, dass i mi unsäglech nach mym aute Dökti sehne. Eine, wo nid duurend i PC gstarret het.

Nei chumm! När d Anamnese. Fing i super, aber was nützt die, we de nid aues würklech genau ufgschribe wird? Gäu, da müesst ja ds Dökti während em Verzeue nonstop ufschrybe u der Patänt müesst aues sorgfäutig gägeläse, bevor s i ds Syschtem chäm. Das wurd Zyt generiere, dass me de nümm füfzg, vilech nume no zäh Patiänte im Tag chönnt dürela, u d Chrankekasse möcht die Stunde sicher nid unbedingt finanziere. Oder vilech miech me de ds Dossier so, dass me vorzue säuber chönnt berichtige?

Aber o Patiänte si de nid immer ehrlech. Da tüe sech wider unändlech Frage uf. U Frage si ja eigentlech derzue da, dass si beantwortet wärde, nid nume dänkt u gschribe. Merci schön, isch das wider es blöds Thema, won i da gwäut ha. I merke ab auem Schribe o no, dass i mi unsäglech nach mym aute Dökti sehne. Eine, wo nid duurend i PC gstarret het, sondern di aus Patiänt agluegt. Würklech agluegt. I d Ouge, i ds Muu, i Haus, i d Ohre, uf d Hut. Wo glost het, was ds Härz macht, wi d Lunge u ds wytere Inneläbe tönt, wo d Drüese abtaschtet het.

Wo di scharf agluegt het, wenn er het ds Gfüeu gha, du sägsch nid aues, wo wichtig wär. Wo di o mau chly agschnarret het, wenn nid Sorg hesch gha zu dyre Gsundheit. I wünschti mer, dass Husarzt eine vo de coolschte Brüef überhoupt würd wärde. Süsch dünkts mi drum, chönnt me o eifach Dökti-Mate ufsteue. Töggelisch dyner Bräschte ine, de nüschelets chly im Inneläbe, de räblets – u unge chunnt es Pack Medikamänt use oder e Tegschtnachricht: «Nürz nid ume, bisch im grosse Ganze gsung!» Oder so.

Aber vilech wird ja doch no aues guet: Itz stygt ja schynts ds Migros no versterkt i Gsundheitsmarkt y. Da chunnt doch Hoffnig uf. Am Änd überchunnsch de für jede meh oder weniger nötig Ops no Cumulus-Pünkt u für aui deklarierte Bobo e personifizierte Bon. Drum wärs doch gäbig, chönntisch d Cumulus-Charte grad o no aus Patiänte-Dossier bruche. Di totali Rundum-Betröiig. Me chönnts o mit de Bankchärtli kombiniere – auso, da wär no etleche Entwickligsbedarf, allefaus, we me nid so viu Zwyfu hätt win ig – i säge nume: Bhüet mi der Herrgot vor em Hüehnervogu –, aber d Idee an sich wär scho guet!

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