Magische Straffung

Zwischen fransig und mass-geschneidert: Die Genfer Groove-Rocker Duck Duck Grey Duck klingen auf «Traffic Jam» ebenso charakteristisch wie vielfältig.

Die Band Duck Duck Grey Duck.

Die Band Duck Duck Grey Duck. Bild: Youtube

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Vielleicht kennen es manche noch aus der eigenen Kindheit: Man sitzt im Kreis, ein Kind schleicht verstohlen darum herum. Dann lässt es etwas fallen, zum Beispiel ein Taschentuch, und man muss es ringsum jagen. Ist man dabei langsamer als das andere Kind, wird man ein «Plumpsack» geschimpft und muss übernehmen. «Wer sich umdreht oder lacht, kriegt den Buckel blau gemacht.»

Ganz schön grob klingt das mal wieder auf Deutsch – im Vergleich zum schwedischen Original. Oder dem englischen: «Duck Duck Grey Duck» heisst dieses Fangspiel in Minnesota, und auf diesen Namen hört auch die dreiköpfige Genfer Band, die einen durchaus psychedelischen, staubtrocken-schmissigen Grooverock offenbart und nun zur sogenannten Pfingst-Sause bei Bee-Flat auftritt.

Das im Februar erschienene Album «Traffic Jam» eröffnet mit Tendenz zur Disco und zu weniger breiten Beinen. Das Trio um Robin Girod neigt sich dann aber ganz verschiedenen Spielarten zu, denn es sind vier einzelne EPs auf der Scheibe versammelt: Nach «Back Beats» zieht «Pop and Fast» das Tempo an, und nach der bewusstseinserweiternden Bremse «Fench Connexion» werden auf «Acid Sweat» Restsubstanzen ausgeschwitzt. Alles dabei also, zwischen fransig und massgeschneidert.

Die 25 Songs sitzen in beiden Fällen, und PH Beyrière, der Duck Duck Grey Duck neuerdings am Bass vertritt, tut dazu sein Übriges. Hier wird nichts aufgewärmt, sondern frisch gebacken und die Stimmung, die sich in allerlei Richtungen verliert, wieder und wieder magisch gestrafft.

Schüttelnde Rockabilly-Einlagen erklingen nach einer Hymne auf Isolierband und mit Saxofonklängen geht es in Prog-Rock-Gefilde. Würde man ein Fangspiel mit den Genfern spielen, wären sie spätestens jetzt nicht mehr einzuholen. Das Trio mag vieles sein, aber bestimmt nicht «der Plumpsack». (Der Bund)

Erstellt: 17.05.2018, 07:17 Uhr

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Abo

Das digitale Monatsabo Light für Leser.

Nutzen Sie den «Bund» digital im Web oder auf dem Smartphone. Für nur CHF 19.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!

Kommentare

Blogs

Geldblog Hände weg von Netflix-Aktien

History Reloaded Einflüsterer der Mächtigen

Werbung

Weiterbildung

Ausbildung & Weiterbildung Finden Sie die passende Weiterbildung Technischer Kaufmann, Deutsch lernen, Coaching Ausbildung, Präsentationstechnik, Persönlichkeitsentwicklung

Die Welt in Bildern

Hi Fisch! Dieses vor Hawaii gesichtete Hai-Weibchen hatte Ähnlichkeiten mit «Deep Blue», der als grösster bislang gesichteter Weisser Hai gilt. (15. Januar 2019).
(Bild: JuanSharks) Mehr...