Kurzes Raum-Zeit-Kontinuum

Mit «Pendulum» unternimmt das Kollektiv Mycelium eine Reise in die Untiefen der Zeit.

Was ist Zeit? Einen Versuch, sie festzuhalten, unternimmt das Kollektiv Mycelium am Musikfestival Bern.

Was ist Zeit? Einen Versuch, sie festzuhalten, unternimmt das Kollektiv Mycelium am Musikfestival Bern. Bild: musikfestivalbern.ch

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Kaum hat man sie, ist sie schon wieder weg: die Zeit. Einen Versuch, sie festzuhalten, unternimmt das Kollektiv Mycelium am Musikfestival Bern, das letzte Woche unter dem Thema «Unzeitig» gestartet hat.

Was ist Zeit? Der Berner Ingenieur Benjamin Voumard mit Spezialisierung im Bereich der Uhrmacherkunst würde sagen: Präzision. Der Cern-Teilchenphysiker Robert Kieffer hingegen: Veränderung und Relativität. Und der Basler Audiodesigner Robert Torche: Zeit und Agogik. Diese drei verschiedenen Blickwinkel bilden die Eckpfeiler ihres installativen Raum-Zeit-Kontinuums «Pendulum».

Zum Kollektiv gehören auch weitere Musikerinnen und Musiker: Hannah Walter (Violine), Benoît Morel (Viola), Mariella Bachmann (Klarinette) und Stefanie Mirwald (Akkordeon). «Pendulum» sei eine «autoethnografische, wissenschaftlich-­kulturelle Auseinandersetzung mit dem Widersprüchlichen der Zeit». Die Making-of-Bilder zeugen von einer intensiven Recherche inklusive Lötkolben und Bergen von Skizzen.

Dass das nicht immer angenehm klingt, versteht sich von selbst. Da wird an Frequenzen gerüttelt, an Oszilloskopen gedreht, ein Drucker gehackt, und die Zeit aus ihrer Bahn geworfen. Konkreter ausgedrückt: Kosmische Strahlung und die Akustik des Raums erzeugen komponierte und zufällige Klänge und Partituren. Auch wenn dabei oft mehr Geräusch als Musik ensteht, ist da doch immer ein Gefühl für die Relativität der Zeit.

Dampfzentrale, Freitag 7. September 20:45 Uhr (Der Bund)

Erstellt: 06.09.2018, 08:05 Uhr

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